1. FC Union

Richter bricht Prozess um Ex-Sponsor ISP ab

Die juristische Hängepartie zwischen Fußball- Zweitligist 1. FC Union Berlin und seinem ehemaligen Hauptsponsor ISP geht weiter. Nach nur neun Minuten brach Richter Clemens Kähler die für Mittwoch im Landgericht Berlin anberaumte Verhandlung ab. denn ISP hatte einen Termin nicht eingehalten.

Nur neun Minuten benötigte Richter Clemens Kähler, dann brach er die im Landgericht angesetzte Verhandlung im Prozess zwischen dem Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin und seinem ehemaligen Hauptsponsor ISP ab. Als Begründung gab er an, dass die Hinterlegung von knapp 186.000 Euro durch die International Sport Promotion ISP als Prozesskosten-Sicherheit nicht fristgerecht zum 31. Dezember 2009, sondern erst am 5. Januar 2010 erfolgte.

Der Richter muss nun entscheiden, ob nach der verspäteten Hinterlegung der Summe die Einstweilige Verfügung von ISP noch aufrechtzuerhalten ist. Sie verwehrte dem 1. FC Union Berlin nach der schnellen Trennung von ISP den Zugriff auf Aktien des ehemaligen Geldgebers. Insgesamt soll ISP bei Vertragsabschluss 2,5 Millionen Euro an Sicherheiten hinterlegt haben.

Nachdem die hauptamtliche Stasi-Tätigkeit des Aufsichtsrats-Vorsitzenden Jürgen Czilinsky bekanntwurde, hatte Union dem Sponsor gekündigt. Zudem soll die Firma während der nur zweimonatigen Vertragslaufzeit anstatt der fälligen 350.000 Euro nur 100.000 Euro überwiesen haben. Im weiterhin ausstehenden Hauptsache-Verfahren fordert Union die Zahlung der Differenzsumme von ISP. Ursprünglich war in einem Fünfjahresvertrag war die Zahlung von insgesamt zehn Millionen Euro durch ISP an Union vorgesehen.

Union-Anwalt Michael Müller machte in der Kurz-Verhandlung deutlich, er hätte am Mittwoch bereits lieber in der Hauptsache verhandelt. ISP-Anwalt Simon Bergmann, der auch Eisschnellläuferin Claudia Pechstein in ihren Prozessen vertritt, begründete die verspätete Hinterlegung der Prozesskosten-Sicherheiten mit einem gewissen Vorlauf, den die Banken bei einer solchen Hinterlegung bräuchten.

( dpa/sei )