Die Preisrichter waren diesmal nicht schuld. Nach ihrer olympischen Kurzkür hatten sich Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy von den zwielichtigen Wertungsrichtern noch verschaukelt gefühlt. Statt nach einer fehlerfreien Vorstellung bei Halbzeit in Führung zu liegen, musste sich das deutsche Eislauf-Paar hinter den Chinesen Shen Xue und Zhao Hongbo mit Platz zwei begnügen.
Dennoch besaß das Duo alle Chancen, um sich ihren langgehegten Traum vom Olympiagold zu verwirklichen. Dafür hätte es aber eines noch glanzvolleren Auftritts in der Kür bedurft. Dass die Chemnitzer dazu in der Lage sind, hatten sie in den Vorjahren mit ihren Triumphen bei zwei Welt- und drei Europameisterschaften eindrucksvoll bewiessen.
Noch am Morgen vor der Entscheidung liefen sie im Abschlusstraining, als könnte sie niemand von ihrem glorreichen Vorhaben abhalten. Bei der wichtigsten Herausforderung in ihrer über zehnjährigen Karriere zeigten sie jedoch ungewohnt schwache Nerven: Sie waren dem immensen Erwartungsdruck, der vor allem aus ihrem Umfeld aufgebaut worden war, nicht gewachsen. Sie zerbrachen daran, wie Deutschlands erfolgreichste Eiskunstläuferin Katarina Witt zutreffend feststellte.
Robin Szolkowy stürzte beim Doppelaxel, seine in der Ukraine geborene Partnerin sprang den dreifachen Toeloop nur doppelt. Es war nicht ihr Abend.
Um die Krönung ihrer Laufbahn haben sie sich selbst gebracht. Anstelle von Gold blieb ihnen nur Bronze. Die vor ihnen platzierten Paare aus China, die die seit 1964 andauernde russische Siegesära beendeten, waren in der Nacht zum Dienstag klar besser.
Eine olympische Bronzemedaille zu gewinnen, ist sicher ein toller Erfolg – wer allerdings auf Gold festgelegt ist, kann sich mit dem dritten Rang nur schwer trösten.
Schade ist es um die verpasste Gelegenheit auch deshalb, weil es eine Wiedergutmachung höchstwahrscheinlich nicht geben wird. Das einzige deutsche Paar der Weltklasse hat es offengelassen, ob es sich noch einmal vier Jahre auf die Erklimmung des Olymp vorbereitet. Sawtschenko möchte zwar unbedingt weiterlaufen, ihr Partner aber ist unschlüssig. Da auch kein anderes Duo in Schwarz-Rot-Gold in Sicht ist, das in absehbarer Zeit mit der Weltspitze konkurrieren kann, werden Ria Baran und Paul Falk noch lange Deutschlands letzte Olympiasieger im Paarlaufen bleiben.
Die Dortmunder gewannen 1952 in Oslo.
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