US Open

Sabine Lisicki nimmt ihr Aus bei den US Open gelassen

In Wimbledon stand die Berlinerin Sabine Lisicki im Finale. In New York kam sie bei den US Open nicht über Runde drei hinaus. Dennoch trug sie ihr charakteristisches Lächeln im Gesicht.

Foto: AL BELLO / AFP

Als Sabine Lisicki ihr frühes US-Open-Aus analysierte, wich für einen kurzen Moment das Lächeln aus ihrem Gesicht. Die Wimbledon-Finalistin legte die Stirn in Falten, stützte das Kinn auf die linke Hand und sagte: „Wenn man merkt, dass Niederlagen Teil eines Prozesses sind, ist es einfacher, sie zu verarbeiten.“ Mit ihrem Endspiel-Einzug in Wimbledon hatte die 23 Jahre alte Berlinerin einen lange nicht erlebten Hype ausgelöst und eine öffentliche Erwartungshaltung aufgebaut, der sie bei dem Grand-Slam-Turnier in New York nicht standhalten konnte.

Ein Scheitern schon in Runde drei gegen die Russin Jekaterina Makarowa war nicht eingeplant – weder bei ihr noch bei den Fans und Fachleuten in Deutschland. Doch bei all der Euphorie um die junge Wimbledon-Finalistin darf man nicht vergessen, dass am Freitagabend die Nummer 18 der Welt (Lisicki) gegen die Nummer 25 der Welt (Makarowa) spielte. Die Russin erwischte einen richtig guten Tag, Lisicki einen schwächeren – was auf diesem Niveau zu wenig ist.

„Ihr fehlten vorher einfach ein paar Matches“

„Ich habe mir nichts vorzuwerfen“, sagte die blonde Berlinerin nach ihrer 4:6, 5:7-Niederlage gegen Makarowa. Nach dem verlorenen Endspiel gegen die mittlerweile zurückgetretene Französin Marion Bartoli musste sie ihre selbstverordnete Auszeit unfreiwillig verlängern und eine kleinere Blessur am Handgelenk auskurieren. Lisicki verzichtete auf die Turniere in Stanford, Carlsbad und Toronto. Bei ihrem Comeback in Cincinnati verlor sie in Runde eins, bei der US-Open-Generalprobe in New Haven zuletzt im Achtelfinale.

„Ihr fehlten vorher einfach ein paar Matches“, sagte Bundestrainerin Barbara Rittner über ihre Fed-Cup-Spielerin. Und ohne Wettkampfpraxis hat es auch eine Wimbledon-Finalistin schwer gegen Spielerinnen, die laut Ranking auf ähnlichem Niveau agieren. „Das Training wird mir jetzt helfen, wieder mehr Konstanz in mein Spiel reinzubringen“, sagte Lisicki bemerkenswert gefasst und betonte: „Ich arbeite dran, besser zu werden.“

Nächste Station ist die Asien-Tour mit den Turnieren in Tokio und Peking – und vorher noch ein Fernsehauftritt bei Günther Jauch und Thomas Gottschalk. Ein anderes Ziel hat Lisicki aber bereits abgehakt. Die Tennis-WM der besten acht Spielerinnen der Saison wird die 23-Jährige ziemlich sicher nur aus der Ferne beobachten. „Das wird jetzt schwer“, sagte sie. „Ich werde jetzt einfach versuchen, Punkt für Punkt für die Weltrangliste zu sammeln.“