Der Jubel aus der Ostkurve war so laut wie bei einem erzielten Tor. Doch er galt dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Frank Willenborg, der das 1:0 von Hertha BSC gegen Fortuna Düsseldorf besiegelte. Durch den späten Sieg wahrt der Hauptstadtklub den Anschluss an die Spitzengruppe der Zweiten Liga.

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Schon vor dem Spiel klang es nach einem Aufbruch in bessere Zeiten. „Irgendwie fängt irgendwann irgendwo die Zukunft an“, schallte es aus den Boxen des Olympiastadions. Was dem Vorspiel des Nena-Hits von 1984 folgte, nährte mit einem spektakulären Schlussspurt die musikalischen Hoffnungsäußerungen.

Dabei war mit „Irgendwie“ das, was der Berliner Fußball-Zweitligist an diesem Abend auf dem Rasen anbot, lange gut beschrieben. Die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl ließ keine echte Spielidee erkennen, präsentierte sich in der ersten Hälfte dazu ungenau und fehleranfällig und hatte Glück, nicht schon früh in Rückstand zu geraten.

Krattenmacher trifft spät zum Sieg

Erst eine Ausnahmeleistung des eingewechselten Maurice Krattenmacher tief in der Nachspielzeit bescherte den Berlinern den zweiten Heimsieg der Saison.

Dass mit „Irgendwann“ dieser Sonnabend gemeint sein konnte, war zuvor lange nicht zu erkennen – trotz einer Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel. Dabei war es für den Hauptstadtklub der ideale Zeitpunkt, so etwas wie einen Neuanfang in eine bislang durchwachsene Saison hinzulegen.

Hertha BSC hat drei Heimspiele in acht Tagen

Das Duell mit den Düsseldorf bildete nämlich den Auftakt in eine stimmungsprägende Serie aus drei Heimspielen innerhalb von acht Tagen. Am Dienstag wartet das Zweitrundenspiel im DFB-Pokal gegen Elversberg, am kommenden Sonnabend geht es erneut in der Liga gegen Dresden. Nach dem 1:0 gegen Düsseldorf besteht diese Hoffnung weiter – auch, wenn sie erst spät mit Leben gefüllt wurde.

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Das „Irgendwo“ kann also mit dem Olympiastadion beantwortet werden, wo sich 43.841 Zuschauer eingefunden hatten. Wo sonst sollte Hertha je in eine bessere Zukunft aufbrechen, wenn nicht in Westend?

Mit Paul Seguin stand erneut ein Profi für die Berliner in der Startelf, mit dem die Hoffnung auf eine positive Wendung der Spielzeit eng verknüpft ist. Der lange verletzte Sommerzugang feierte sein Heimdebüt, nachdem er in der Vorwoche beim 2:3 in Bochum erstmals in einem Pflichtspiel für die Blau-Weißen auf dem Platz gestanden hatte.

Er und seine Kollegen waren im ersten Durchgang jedoch fast pausenlos in der eigenen Verteidigung gefordert. Auch, weil sich der Hauptstadtklub mit Ungenauigkeiten im eigenen Spiel als guter Gastgeber präsentierte und die Fortuna zu mehreren Gelegenheiten einlud.

Ernst rettet Hertha

Eine erste ließ Christian Rasmussen ungenutzt, nachdem er in der achten Spielminute einen Fehlpass von Herthas Kapitän Fabian Reese erlaufen hatte, mit seinem Abschluss aber über das Tor zielte. In der 13. Minute war es der seit Wochen bestens aufgelegte Berliner Torhüter Tjark Ernst, der einen Kopfball von Tim Oberdorf kurz vor der Torlinie entschärfte.

Die erste Hälfte verbrachte Hertha in der Folge mit weiterer Defensivarbeit. Bis zur 40. Minute standen aus Sicht der Hausherren eins zu acht Torschüssen. Dass keiner davon den Weg über die Linie fand, war für Trainer Leitl die wohl beste Nachricht zum Pausenpfiff.

Die personellen Veränderungen nach knapp einer Stunde waren insofern folgerichtig. Und sie brachten tatsächlich eine Verbesserung. Die Hereinnahme von Maurice Krattenmacher, Jon Thorsteinsson und Sebastian Grönning, der dem erstmals in dieser Saison startenden Luca Schuler hatte weichen müssen, belebten das Berliner Offensivspiel, das vor allem durch schnelle Umschaltaktionen geprägt war.

Eine solche hätte in der 69. Minute das 1:0 für den Hauptstadtklub ergeben müssen. Eine Hereingabe von Reese verpasste Grönning in der Mitte noch, doch der mitgelaufene Thorsteinsson erhielt die Chance, den Ball aus einer absurd geringen Distanz im Tor unterzubringen – und scheiterte an Keeper Florian Kastenmeier.

Hertha betreibt Chancenwucher

Es war der Beginn einer Reihe aussichtsreicher Möglichkeiten, die Leitls Mannschaft in der Folge teils kläglich vergab, sodass unweigerlich Erinnerungen an den Chancenwucher im Spiel gegen Münster (2:1) wach wurden. Es drohte das vierte torlose Heimspiel dieser Spielzeit im fünften Anlauf.

Doch kurz bevor ein weiteres 0:0 in die Saisonchronik Einzug fand, landete der Ball über Reese bei Joker Krattenmacher, der sich in halbrechter Position aus etwa 16 Metern ein Herz fasste und die Kugel zum erlösenden Sieg ins Tor wuchtete.

„Richtung Zukunft durch die Nacht“, wollte Nena 1984 reisen. Für Hertha wurde es spät eine glückliche, aber hoffnungsvolle Nacht.

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