Stefan Leitl hatte keinen Grund, sich zu erheben. In den 90 Minuten, die seine Profis von Hertha BSC zu einem 2:0 im Testspiel in Wolfsburg nutzten, saß der Coach des Berliner Fußball-Zweitligisten die meiste Zeit auf seiner Trainerbank und beobachtete, wie sein Team den dritten Sieg in Folge einfuhr. Zuvor hatte es zwei Erfolge in der Liga gegeben.

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Mehrere Dutzend Berliner Fans begleiteten den Testkick trotz Nieselregen am Mittwoch auf dem Trainingsplatz des Bundesliga-Klubs, gleich neben der Volkswagen-Arena. „Es war ein Test, wie wir ihn uns gewünscht haben. Die Jungs haben insgesamt ein gutes Spiel mit vielen positiven Aspekten gezeigt“, bilanzierte Leitl.
Diego Demme steht im Mittelpunkt und in der Startelf
Einer dieser Aspekte war Diego Demme, der als Rückkehrer im Mittelpunkt stand – und unter Leitl sogar in der Startelf. Demme trug in Wolfsburg zum ersten Mal seit dem ersten Spieltag auf Schalke (1:2) am 1. August wieder das Hertha-Trikot. Nach dem Schalke-Spiel hatte der 33-Jährige über eine Schwindelsymptomatik geklagt, die ihn wochenlang außer Gefecht gesetzt hatte.
Sein Comeback verlief unauffällig. Im Sechserraum bekam der ehemalige Neapolitaner viele Bälle, die er mit wechselhafter Passqualität an die Mitspieler verteilte.
Ersatzkeeper Marius Gersbeck wird kaum gefordert
Im Tor erhielt Ersatzkeeper Marius Gersbeck 90 Minuten Spielzeit, war aber in einem insgesamt chancenarmen Spiel kaum gefordert. Die Innenverteidigung bildeten zunächst Tim Hoffmann und Agustin Rogel, da der dort eingeplante John Brooks erneut kürzertreten muss. Michal Karbownik vertrat den verletzten Deyovaisio Zeefuik als Linksverteidiger. Janne Berner hütete die rechte Abwehrseite.
Im Verbund ließ die zusammengewürfelte Defensive gegen den Bundesliga-15., für den das ehemalige Hertha-Talent Bence Dardai 90 Minute auf dem Platz stand, wenige Chancen zu. Der zuletzt für seine schwache Entscheidungsfindung kritisierte Kevin Sessa unterstützte Demme im defensiven Mittelfeld, die Flügel übernahmen Kapitän Fabian Reese und rechts Michael Cuisance.
Luca Schuler bekommt seine Chance und nutzt sie
Im offensiven Mittelfeld setzte Coach Leitl auf Jeremy Dudziak, der „ab sofort wieder ein fester Bestandteil“ beim Hauptstadtklub ist, wie der Verein am Rande des Spiels mitteilte. Der 30-Jährige soll zunächst vor allem in der U23 zum Einsatz kommen.
Im Sturm bekam Luca Schuler die Startelfchance – und nutzte sie. Der zur Halbzeit für Cuisance eingewechselte Marten Winkler brach in der 56. Minute mit hohem Tempo auf der rechten Seite durch und bediente Schuler, der zum 1:0 vollstreckte.

In der 68. Minute folgte das zweite Comeback des Tages: Paul Seguin, der wegen hartnäckiger Wadenprobleme einen Großteil der Vorbereitung und alle bisherigen Saisonspiele verpasst hatte, kam für Demme ins Spiel.
„Man hat gesehen, warum es mir so wichtig war, dass Paul nach seiner Verletzung zurückkommt. Man hat gesehen, welche strategischen Fähigkeiten er mitbringt, um ums Aktionen in der gegnerischen Hälfte zu geben. Wie er seine Mitspieler einsetzt, war schon gut“, sagte Leitl über seinen Wunschspieler, der im Sommer in die Hauptstadt gekommen war.
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Der ebenfalls eingewechselte Sebastian Grönning entschied die Partie mit seinem Treffer zum 2:0 in der Schlussphase (86.). Die Brust der Berliner dürfte nach dem Testspielsieg über den Erstligisten noch ein Stückchen weiter in die Breite wachsen. In der Zweiten Liga geht es am übernächsten Sonnabend zum Flutlichtspiel nach Bochum – dann dürfte auch Leitl wieder mehr gefordert sein.





