Das Bier bog rechts ab, die Pizza links. Während der SC Preußen Münster Big Points im Abstiegskampf feierte, blieb Hertha BSC in der Gästekabine nur Frustbewältigung mit Fast Food. Mit 0:2 (0:1) hat der Berliner Fußball-Zweitligist am Freitagabend vor 12.422 Zuschauern im Preußenstadion verloren und damit auch die Serie von sieben ungeschlagenen Spielen in Folge unfreiwillig beendet.
„Wir haben heute einfach einen wirklich schlechten, einen gebrauchten Tag erwischt“, erklärte Sportdirektor Benjamin Weber. „Wir waren extrem unsauber im ganzen Spiel, uns hat Geradlinigkeit, Fokus gefehlt, deswegen sind wir auch nie torgefährlich geworden.“ Trainer Stefan Leitl monierte: „Wir sind nie so richtig ins Spiel gekommen.“
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Hertha BSC mit Andreas Bouchalakis für Toni Leistner
Im Mittelpunkt einer Partie, in der kein Profi des Hauptstadtklubs an seine Normalform herankam, standen mehrere Personalien. Nummer eins: Toni Leistner. Der gelbgesperrte Kapitän wurde im Preußenstadion von Andreas Bouchalakis ersetzt. Der Grieche konnte aber nicht einen Bruchteil von der Ruhe und Souveränität ausstrahlen, mit der Leistner sonst die Berliner Defensive stabilisiert. Das Resultat: Zwei Gegentore, die aus individuellen Fehlern entstanden.
Münsters Jorrit Hendrix wurde von Etienne Amenyido bedient, setzte sich im Strafraum stark durch und machte mit dem Rücken zum Tor per Hacke den Treffer, Marke Traumtor (30. Minute). Physikalische Gesetze einfach mal ausgehebelt.
Schon im Aufbau hatte Linus Gechter mit einem Fehlpass die Chance eingeleitet. Beim Hackentrick von Hendrix sahen weder Marton Dardai noch Dennis Smarsch sonderlich sicher aus. Ein gemeinschaftlich verbocktes Gegentor.
Dennis Smarsch rückt kurz vor Anpfiff ins Berliner Tor
Personalie Nummer zwei damit: Dennis Smarsch. Der Torhüter erfuhr erst wenige Minuten vor Anpfiff von seinem überraschenden Einsatz. Weil Tjark Ernst beim Warmmachen auf die Hüfte gefallen war und mit Schmerzen passen musste, sprang die Vertretung ein. Smarsch, der in dieser Saison nur in Paderborn und in Elversberg auf der Bank gesessen hatte, feierte sein Debüt nach der Rückkehr im vergangenen Sommer. Der 26-Jährige sah auch beim zweiten Gegentor unglücklich aus.
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Nach einem langen Einwurf von Marc Lorenz bis in den Berliner Strafraum durfte Jorrit Hendrix unbedrängt zum Kopfball hochsteigen, wurde dabei von Diego Demme nur begleitet, nicht aber gestört. Das Spielgerät rutschte unter Smarsch durch (70.). „Da verfolgen wir den Mann nicht und dann hatten wir auch nichts mehr, um zurückzukommen“, erklärte Cheftrainer Leitl.
Abgesehen von einem langen Ball auf Jonjoe Kenny, dessen Querpass gleich nach dem Anstoß keinen Abnehmer fand (1.), und einem Lattenschuss des eingewechselten Michal Karbownik (74.) kam nichts vor dem Münsteraner Tor zustande. „Es war einfach zu wenig, deshalb sind wir zu keinem Zeitpunkt zwingend geworden“, analysierte Sportdirektor Weber. Dieser Tatsache half auch nicht, dass die Berliner in der Schlussphase in Unterzahl klarkommen mussten. Womit wir bei Personalie Nummer drei wären: Linus Gechter.
Saisonfinale am kommenden Sonntag gegen Hannover 96
Der Innenverteidiger ging über die gesamte Spielzeit zu leichtfertig mit seinen Klärungsaktionen um, wirkte unsicher und anfällig für Fehlpässe. Bis zur 77. Minute. Da rauschte der 21-Jährige so übereifrig in Münsters Mikkel Kirkeskov, dass Schiedsrichter Patrick Ittrich sofort die Rote Karte zückte.
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Platzverweis und eine Sorge mehr für das Saisonfinale in der kommenden Woche gegen Hannover 96 (Sonntag, 18. Mai, 15.30 Uhr). So viele fitte Innenverteidiger haben die Berliner schließlich nicht mehr. Und so plätscherte eine Partie dem Ende entgegen, in der Hertha eine Leistung zeigte, die Trainer und Verantwortliche eigentlich nicht sehen wollten. Trotz der Tatsache, dass es faktisch um nichts mehr ging.
Hertha BSC kann die Punktzahl aus der Vorsaison nicht mehr übertreffen
„Für uns ging es um drei Punkte, unser Ziel war, 49 Punkte zu holen, wir wollten dieses Spiel gewinnen und das haben wir nicht geschafft. Das ist enttäuschend“, so Sportdirektor Weber. Die Punktzahl von 48 Zählern aus der Vorsaison kann Hertha nicht mehr erreichen. Und auch ein einstelliger Tabellenplatz ist nicht mehr drin.

Montag
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„Jetzt haben wir ein Heimspiel zum Abschluss und das wollen wir gewinnen“, so Weber. Eine Maßgabe, mit der die Berliner im letzten Moment doch die Rote Laterne der Heimtabelle abgeben wollen. Ein letztes Ziel, nach dem dann auch in der blau-weißen Kabine das eine oder andere Bier fließen könnte.






