Sie pumpten, als hätten sie den Berliner Halbmarathon schon am Samstagabend hinter sich gebracht. Für einen ausgiebigen Jubel aber reichte die Kraft noch: Hertha BSC hat das Topspiel der Zweiten Liga gewonnen und den 1. FC Köln mit 1:0 (0:0) besiegt. Big Points für den Berliner Fußball-Zweitligisten, die damit zumindest vorübergehend auf Platz elf kletterten.

Montag
Immer Hertha-Newsletter
Bestellen Sie hier den wöchentlichen Newsletter zu Hertha BSC
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
„In der ersten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft mit den zwingenderen Torchancen, wir machen im richtigen Moment das 1:0. Für die Tabellensituation und ein Auswärtsspiel war es ein verdienter Sieg“, erklärte Fabian Reese, der wieder mal den Unterschied machte.
Auch interessant
Hertha BSC muss auf Kenny und Cuisance verzichten
Der dritte Sieg in Folge – eine Serie, die es seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr gab - blieb aber nicht ohne Konsequenzen. Erst sah Jonjoe Kenny nach einem rüden Foul an Kölns Leart Pacarada die fünfte Gelbe Karte der Saison. Dann schloss sich Michael Cuisance der Selbsthilfegruppe Tribünenplatz für das Heimspiel gegen Darmstadt (12. April, 13 Uhr) an. Auch der Franzose sah zum fünften Mal Gelb und wird am kommenden Wochenende fehlen.
Sorgen, mit denen sich Trainer Stefan Leitl erst in den nächsten Tagen beschäftigen wird. Und damit, Notlösungen zu finden, kennt sich der 47-Jährige spätestens seit dieser Woche sowieso aus. Die große Frage, die den blau-weißen Kosmos im Vorfeld des Köln-Spiels bewegt hatte: Wird Pascal Klemens rechtzeitig fit? Die Antwort am Sonnabend: nein. Der 20-Jährige muss wegen Hüftproblemen weiter pausieren.
Mit nur noch zwei gelernten Innenverteidigern im Kader – Marton Dardai fehlte gelbgesperrt – rückte Deyovaisio Zeefuik in die Dreierkette. Marten Winkler bespielte dafür die Schiene auf der linken Seite. Eine Position, die der Rückkehrer in die Startelf in den vergangenen Wochen vom Trainerteam eingetrichtert bekommen hatte.
Auch interessant
Diego Demme bereitet Reeses siebten Saisontreffer vor
Die Veränderungen im Aufgebot hatten erst mal keine sichtbaren Folgen für die neugewonnene Stabilität der Berliner. Die Gäste aus der Hauptstadt präsentierten sich mutig, liefen früh an, kamen gut rein und überraschten den Tabellenführer aus dem Rheinland mit ihrem Auftreten.
Kölns Imad Rondic versuchte es per Kopf, zielte aber über die Latte (15. Minute). Eine erste Annäherung, die Hertha mit der gefährlichsten Chance der ersten Hälfte konterte. Fabian Reese, wie immer Offensivmotor Nummer eins, drängte in den Strafraum, sah Winkler auf der anderen Seite und flankte rüber. Das Eigengewächs aber traf völlig unbedrängt und in allerbester Position viel Luft, nicht den Ball (17.).
Auch interessant
Das machte Ibrahim Maza zwar besser, nachdem er sehenswert von Reese bedient worden war, der Pfosten aber hatte etwas gegen die Berliner Führung (45.+1). Nach der Pause sah das anders aus. Und wie! Diego Demme spielte einen langen Ball auf Reese, der in Arjen-Robben-Manier durch den Strafraum tänzelte und das Spielgerät mithilfe des Pfostens ins lange Eck schlenzte (46.). Wieder so ein Sonntagsschuss! Und das siebte Saisontor für den Ausnahmekönner.
Leistner rettet auf der Linie, Schuler vergibt das 2:0
„Wir haben die letzten Wochen häufiger solche Situationen gehabt, ich übe das im Training im Moment und der passte ganz gut“, sagte Reese nach der Partie mit einem Grinsen. Die Führung kam durchaus verdient daher und ließ Hertha weiter mutig agieren. Köln bekam wenig Raum, wenige Möglichkeiten, Aggressivität und Spielfreude aufkommen zu lassen. Derry Scherhant versuchte es nach Vorlage von Reese, fand aber in FC-Keeper Marvin Schwäbe seinen Meister (62.). Winkler probierte es aus spitzem Winkel (77.), war aber ähnlich erfolglos.
- Testspiel-Doppelpack: Gleich mehrere Profis verpassen neuen Schwung
- Überraschende Entwicklung: Wie sich die Leihprofis von Hertha BSC in der Fremde schlagen
- Immer Hertha News: Aktuelles rund um Hertha BSC im Blog
- Meinung: Wer bei Hertha BSC der große Gewinner des erfolgreichen Saisonstarts ist
- Kolumne Immer Hertha: Wie mit Hertha BSC inzwischen Politik gemacht wird
- Podcast: Döner-Lohn dank Thorsteinsson
Es sollte auf einen Showdown hinauslaufen, in dem Hertha immer tiefer in die eigene Hälfte gedrängt wurde. Kapitän Toni Leistner rettete auf der Linie, nachdem sich der eingewechselte Damion Downs durchgesetzt hatte (86.). Die erste Heimniederlage der Kölner seit Oktober 2024 rückte immer näher. Eine Flanke von Florian Kainz segelte noch mal Zentimeter am Tor vorbei (90.+3).
Sollte Hertha es schaffen, dass der 1. FC Köln tatsächlich erstmals seit März 2014 ohne Torerfolg auf heimischem Rasen bleibt? Den Berlinern gelang dieses Kunststück. Fast hätte das Leitl-Team sogar noch nachlegen können, der eingewechselte Luca Schuler scheiterte aber an FC-Keeper Schwäbe (90.+4). „Wir sind auf einem sehr guten Weg zum Klassenerhalt“, sagte Trainer Leitl.







