Er soll ein Hochstapler sein, ein Blender: Stepan Timoshin sieht sich seit Freitagmittag mit neuen Vorwürfen gegen ihn konfrontiert. Der Präsidentschaftskandidat von Hertha BSC, der am Sonntag auf der Mitgliederversammlung des Berliner Fußball-Zweitligisten zur Wahl steht, soll laut einer Recherche des „Spiegel“ Privatkäufe mit Firmengeldern getätigt, Gehälter nicht bezahlt und seine Biografie geschönt haben.

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Der 23-Jährige selbst nahm nun über einen Anwalt Stellung zu den Anschuldigungen, sprach dabei von Missverständnissen, abgeschlossenen Prozessen und widersprach Amazon. Der Großkonzern streitet ab, dass eine Dokumentation über Timoshin auf Amazon Prime ausgestrahlt werden soll.
Keine ausstehenden Gehaltszahlungen in Timoshins Firmen
Auf Morgenpost-Anfrage teilte Timoshins Anwalt mit, dass es in den Firmen des Jung-Unternehmers keine ausstehenden Gehaltszahlungen geben würde. Von denen im „Spiegel“ berichteten nicht bezahlten Rechnungen in der Schweiz seien aktuell nur noch zwei offen, bei 600 Geschäftspartnern.
„In jedem Unternehmen mit einer derartigen Anzahl von Geschäftsbeziehungen gibt es gelegentlich Meinungsverschiedenheiten über die Berechtigung von Rechnungen oder auch nur einzelnen Positionen auf einer Rechnung. Wenn bei 0,3 % der Geschäftspartner Differenzen bestehen, hat dieser Umstand absolut keinerlei Bedeutung für eine Berichterstattung. Jedes größere Unternehmen hat offene Positionen“, heißt es vonseiten des Anwalts.
Timoshin-Seite sieht Instrumentalisierung seiner Gegner
Auch die vorgeworfene missbräuchliche Verwendung von Firmengeldern sei kein Thema mehr. Offene Fragen seien vollständig erörtert und abschließend geklärt worden. „Die Behauptung, der Vorwurf existiere noch oder gar die Behauptung, es habe eine solche Verwendung gegeben, wäre eine falsche Tatsachenbehauptung“, so Timoshins Anwalt.
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Besonders brisant aus Hertha-Sicht ist Timoshins Einstieg bei Libero Football Finance AG. Dort habe der Jung-Unternehmer 7,5 Prozent der Anteile mit einer seiner Holdings übernommen. Bei der Libero Football AG, „ein Investor im Bereich von Fußballunternehmen“, wie der „Spiegel“ schreibt, sitzt Ex-Hertha-Manager Fredi Bobic im Beirat, Klaus Brüggemann, der nach Auseinandersetzungen mit seinen Kollegen im Aufsichtsrat im Oktober 2023 bei Hertha zurücktrat, gehört nun dem dortigen Aufsichtsrat an.
Konsequenzen auf seine Präsidentschaftskandidatur haben die jüngsten Vorwürfe erst mal nicht, wie Timoshins Anwalt mitteilte. „Der Spiegel hat sich mit seinem Bericht, der die ethischen Grundsätze des Journalismus und den Pressekodex verletzt, von Gegnern unseres Mandanten instrumentalisieren lassen“, hieß es auf Morgenpost-Anfrage. Am Sonntag muss sich Timoshin auf der Mitgliederversammlung des Hauptstadtklubs den Fragen der Fans stellen.






