Die Sorgenfalten auf Cristian Fiéls Stirn wachsen mittlerweile proportional zur Ausfallliste bei Hertha BSC. Vor dem Auswärtsspiel am Sonnabend beim SV Darmstadt 98 (13 Uhr, Sky) fehlen dem Berliner Fußball-Zweitligisten neun Profis – verletzt oder gesperrt. „So eine Situation habe ich noch nicht erlebt“, sagte der Trainer des blau-weißen Hauptstadtklubs am Donnerstag. „Es ist eine herausfordernde Zeit.“

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Damit war der 44-Jährige aber auch schon fertig mit dem Bedauern des schwierigen Status Quo. 19 Spieler habe er zwei Tage vor dem nächsten Liga-Duell im Training gehabt, genug, „um am Samstag eine gute Mannschaft ins Rennen zu schicken.“

Herthas Ausfälle im Überblick

John Brooks (Sprunggelenk)
Jeremy Dudziak (Muskelverletzung)
Marten Winkler (Muskelverletzung)
Bilal Hussein (Sprunggelenk)
Kevin Sessa (Muskelverletzung)
Fabian Reese (Schmerzen im Fuß)
Linus Gechter (Schlag abbekommen)
Luca Schuler (musk. Probleme)

Bietet sich jetzt die Chance für Andreas Bouchalakis?

Hauptbaustelle auf der Suche nach einer Startelf für das Spiel bei den „Lilien“ ist die Innenverteidigung. Linus Gechter (Schlüsselbeinbruch), Toni Leistner (Muskelfaserriss) und Marton Dardai (Gelbsperre) sind raus, bleibt Pascal Klemens. „Außer Passi haben wir jetzt keinen gelernten Innenverteidiger mehr bei den Profis, da muss ich jetzt ein bisschen basteln, aber das kriegen wir alles hin“, erklärte Trainer Fiél.

Im Training unter der Woche testete der Spanier verschiedene Varianten – Viererkette, Fünferkette, mit Profis, die bislang nicht so zum Zug gekommen sind, und mit Youngstern aus der U23. Da wäre zum Beispiel Andreas Bouchalakis. Der griechische Nationalspieler hat in dieser Saison bislang nur sieben Minuten gespielt, stand ansonsten auch kaum im Kader der Berliner.

„Er ist ein Zentrumsspieler“, sagte Fiél über den Mittelfeldmann, „es wäre einfach für ihn eine Ebene weiter hinten, er hat einen guten linken Fuß, das kann im Spielaufbau eine große Hilfe sein. Ich bin der Überzeugung, dass er das spielen könnte.“

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Auch zwei Youngster aus der U23 haben mit den Profis trainiert

Die Tatsache, dass der 31-Jährige in den Planungen des Hertha-Trainers bislang überhaupt keine Rolle gespielt hat, soll keine Konsequenzen haben. Fiél erlebte Bouchalakis als „Top-Profi, der die Situation annimmt, wie sie ist und jeden Tag hart arbeitet, um sie zu verändern.“ Jetzt könnte sich ihm die Chance bieten, zu zeigen, dass er doch noch eine Bereicherung für den Tabellenachten sein kann.

Genau darum geht es in diesen Tagen in Westend, das betonte auch Fiél noch einmal. Viele Spieler mussten auf ihre Möglichkeit warten, auf dem Rasen in Erscheinung zu treten. Und dieser Moment ist nun gekommen.

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Wahrscheinlich auch für den Nachwuchs. Peter Matiebel (19) und Sebastian Weiland (19) trainierten unter der Woche mit den Profis, könnten in der fast verwaisten Abwehrzentrale einspringen. „Das sind Jungs, die den nächsten Schritt machen wollen. Sie sind fleißig, geben Vollgas. Der Schritt ist groß, von der Regionalliga in die Zweite Liga. Aber ich weiß, dass da Jungs sind, die ich reinschmeißen könnte.“

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Darmstadt hat seit September nicht mehr verloren

Könnte, Konjunktiv. Es war ein anderer Satz, der mehr über die personellen Planungen verriet. „Es geht jetzt darum, die Spieler zu finden, die auf einer Position auflaufen, die sie noch nicht gespielt haben“, sagte Fiél. Das spricht für Bouchalakis, der eigentlich im Mittelfeld unterwegs. Matiebel und Weiland sind gelernte Innenverteidiger.

Viel Flickwerk vor dem Duell mit einer Mannschaft, die seit September nicht mehr verloren hat. Die Hoffnung ist groß, dass die Sorgenfalten danach nicht auch noch unabhängig von der Verletztenliste wachsen.

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