Erst mal herrschte kollektive Ratlosigkeit. Auf beiden Seiten. Ein 2:2 (1:2), ein Remis, ein Punkt – weder für Hertha BSC noch für Schalke 04 das, was man in der aktuellen Situation wirklich braucht. Und doch das Ergebnis, mit dem sich beide Fußball-Zweitligisten im Topspiel am späten Sonnabend zufriedengeben mussten.  

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„Ein komisches Spiel“, fasste es Stürmer Florian Niederlechner zusammen. „Das ist für uns zu wenig“, bilanzierte Kapitän Toni Leistner. „Die Gegentore, die wir fressen, sind viel zu einfach.“ Ein leidiges Problem in dieser Saison, mit dem man sich schon am vergangenen Wochenende das Leben schwer gemacht hatte.

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Sessa und Klemens mit Startlelf-Premiere

Nach dem 1:4 gegen Elversberg hatte Trainer Cristian Fiél eine Reaktion sehen wollen. Und veränderte dementsprechend auch seine Startelf auf zwei Positionen. Für den angeschlagenen Diego Demme begann Pascal Klemens auf der Sechs, Startelf-Premiere für den 19-Jährigen in dieser Saison.

Das galt auch für Kevin Sessa, der erstmals von Beginn an ran durfte, für ihn saß Luca Schuler auf der Bank. Stattdessen rückte Derry Scherhant in die Sturmspitze, eskortiert von Jon Dagur Thorsteinsson und Michael Cuisance auf den Flügeln.

Viel Umstellung für viel Veränderung? Nur bedingt. Hertha begann temporeich, ging dank Cuisance früh in Führung. Jonjoe Kenny leistete die Vorarbeit, steckte auf seinen Teamkollegen durch. Der Mittelfeldspieler kämpfte sich in den Strafraum, rappelte sich nach einem Foul sofort wieder auf und zog ab – begünstigt durch S04-Keeper Justin Heekeren, der den Ball durch die Finger rutschen ließ. 1:0 (9. Minute)!

Schalke hat neuen Trainer gefunden

„Wir kommen gut ins Spiel, müssen dann aber das zweite Tor machen“, sagte Trainer Fiél. „Dann verlieren wir die Kontrolle und unsere Männer aus den Augen.“ Denn Schalke hielt mit, war trotz der turbulenten letzten Wochen, in denen Karel Geraerts gehen musste, Jakob Fimpel übergangsweise übernahm und die Trainersuche mal wieder auf Hochtouren lief, voll im Spiel.

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Am Sonntag will der Revierklub seinen neuen Trainer präsentieren. Die Wahl ist wohl auf den Niederländer Kees van Wonderen gefallen. Der einstige Co-Trainer der niederländischen Nationalmannschaft soll bereits am Sonnabend in der Arena gewesen sein. Und sah, wie Schalke die blau-weiße Defensive aus der Hauptstadt austanzte.

Youngster Klemens ließ sich durch einen Doppelpass aus dem Konzept bringen, das gab Kenan Karaman genug Raum für einen Weitschuss, der unhaltbar oben rechts einschlug (24.). „Das ist ein einfacher Doppelpass, und aus der Entfernung macht Karaman den dann blind rein“, monierte Leistner.

Zeefuik sieht die fünfte Gelbe Karte und fehlt nach der Länderspielpause

Dann nutzten die Hausherren die Standardschwäche der Berliner gnadenlos aus. Nach einer Ecke verlor Ibrahim Maza den entscheidenden Zweikampf, der Ball landete im Rückraum bei Tobias Mohr. Weil Tjark Ernst im Tor mit einem Gegenspieler kollidiert war, konnte der Keeper nicht mehr eingreifen, um den zweiten Schalker Treffer zu verhindern (33.).

Ein Rückstand, der Herthas Ambitionen erst mal in sich zusammenfallen ließ. Als Deyovaisio Zeefuik nach einer unnötigen Situation am Mittelkreis auch noch die Gelbe Karte sah, war der Abend schon wieder auf dem Weg, ein gebrauchter zu werden. Für den Linksverteidiger war es die fünfte Verwarnung in dieser Saison. Nach der Länderspielpause wird der Linksverteidiger eine Partie aussetzen müssen. Für die angespannte Personallage in Westend ist das ein weiterer Rückschlag.

Dass es ein ähnlich rabenschwarzer Tag wie gegen Elversberg wird, verhinderte einer, von dem man in dieser Saison noch gar nichts gesehen hatte. Smail Prevljak. Nur drei Minuten nach seiner ersten Einwechselung unter Trainer Fiél trat der Stürmer an den Elfmeterpunkt. Schiedsrichter Tom Bauer hatte auf Strafstoß entschieden, nachdem Ron Schallenberg Herthas Klemens regelwidrig umgelegt hatte. Prevljak verwandelte sicher zum Ausgleich (72.) – und trug sich wie in der vergangenen Saison beim Gastspiel in Gelsenkirchen in die Torschützenliste ein.

Nach der Länderspielpause wartet das nächste Heimspiel

„Er hat einen Torriecher. Er gibt im Training immer Gas, hat immer auf seinen Moment hingearbeitet, den hat er heute bekommen“, erklärte Fiél, dem aber das nicht gefiel, was danach kam. „Was mich stört, ist, dass wir es bis zum Tor richtig gut machen. Dann machen wir den Ausgleich und auf einmal spielen wir wieder nicht. Sachen, an denen wir arbeiten müssen.“

Dafür bleibt jetzt die Länderspielpause. Gut zwei Wochen, bis zum Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig, in dem Hertha wieder das abrufen soll, was man in dieser Saison schon gezeigt hat.

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