Hertha BSC

Hertha kritisiert die Ausrichtung der WM in Katar

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Kay Bernstein, Präsident von Hertha BSC, kritisiert die Vergabe der Fußball-WM nach Katar.

Kay Bernstein, Präsident von Hertha BSC, kritisiert die Vergabe der Fußball-WM nach Katar.

Foto: Andreas Gora / dpa

Hertha folgt dem Beschluss der Mitgliederversammlung und kritisiert deutlich die Ausrichtung der WM in Katar.

Berlin.  Unmittelbar vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar hat Hertha BSC die Ausrichtung des Turnier in Katar deutlich kritisiert. Der Berliner Fußball-Bundesligist hält die „Ausrichtung dort für falsch“, wie es in einer Mitteilung heißt, die von Hertha-Präsident Kay Bernstein und dessen Stellvertreter Fabian Drescher unterschrieben ist.

Der Klub folgt damit dem Beschluss, den die Mitgliederversammlung eine Woche vor dem WM-Beginn gefasst hatte. Eine Fußball-WM sei, so heißt es weiter, „alle vier Jahre weltweiter Beleg für die völkerverbindende Kraft des Sports, insbesondere des Fußballs“. Dies rücke durch die Missachtung der Menschenrechte in Katar, aber auch durch die Verlegung des Turniers in den Winter in den Hintergrund.

Hertha BSC wünscht sich kritische Auseinandersetzung

Hertha stehe „als Verein für Vielfalt, Toleranz Nachhaltigkeit und Weltoffenheit“, zu den Grundsätzen des Klubs „gehören die Einhaltung der Menschenrechte ebenso wie die Ablehnung rassistischen oder diskriminierenden Verhaltens sowie Gewalt“, heißt es in der Stellungnahme: „Diese Werte und Grundsätze finden sich aus unserer Sicht im Gastgeberland der diesjährigen WM nicht wieder. Daher kritisieren wir die Vergabe der Weltmeisterschaft nach Katar und halten die Ausrichtung dort für falsch.“

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Gleichzeitig macht Hertha aber auch deutlich: „Sportlich betrachtet ist eine Weltmeisterschaft aber sicher das größte Ziel eines jeden Fußball-Profis und Trainers.“ Der Wunsch des Klubs ist, „dass durch die weltweite Aufmerksamkeit in diesen Wochen eine kritische Auseinandersetzung mit diesen wichtigen gesellschaftspolitischen Themen in Katar stattfindet und diese zu nachhaltigen Veränderungen führen wird“.

Hertha-Trainer Schwarz hat eine klare Haltung zur WM

Zu einem Boykott der WM hat Hertha nicht aufgerufen. Klubchef Bernstein hatte bereits vor dem Klubstatement seine Meinung dazu abgegeben, ob man die WM im Fernsehen verfolgen sollte oder nicht: „Das sollte jede Person für sich selbst entscheiden dürfen.“

Hertha-Trainer Sandro Schwarz hat „eine klare Haltung dazu, was die Vergabe der WM in Bezug auf die Menschenrechte betrifft. Aber klar wirst du das eine oder andere Spiel anschauen. Dass mein kompletter Terminplan danach ausgerichtet ist, ist jedoch eher weniger der Fall.“

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