Corona-Fälle

Hertha BSC in Quarantäne - DFL verschiebt Spiele

| Lesedauer: 5 Minuten
Auch Hertha-Trainer Pal Dardai wurde positiv auf das Coronavirus getestet.

Auch Hertha-Trainer Pal Dardai wurde positiv auf das Coronavirus getestet.

Foto: Soeren Stache / AFP

Nach vier positiven Corona-Tests befindet sich Hertha BSC in Quarantäne. Die DFL verschiebt drei Spiele der Berliner.

  • Bei Hertha BSC steigt die Zahl der Fälle mit Corona-Infektionen.
  • Nach Hertha-Trainer Pal Dardai, Co-Trainer Admir Hamzagic und Spieler Dodi Lukebakio wurde auch Marvin Plattenhardt positiv auf das Coronavirus getestet.
  • DFL verschiebt drei Spiele von Hertha BSC.

Berlin. Gerade noch freute sich die Hertha über den Coup mit Sportchef Fredi Bobic, da stürzte der Corona-Schock den Klub in große Sorgen. Trainer Pal Dardai, Co-Trainer Admir Hamzagic und Offensivspieler Dodi Lukebakio sind positiv auf das Virus getestet worden. Wie Hertha am Donnerstagabend mitteilte, wies ein PCR-Test auch bei Marvin Plattenhardt einen positiven Befund auf. Profis und Trainerstab müssen deshalb mit sofortiger Wirkung in eine 14-tägige häusliche Quarantäne.

Nach den drei positiven Tests sollte das Team zunächst in eine Arbeits-Quarantäne. Ein ausgewähltes Hotel hätten Profis und Betreuer nur zum Training und den Spielen verlassen dürfen. Doch da das Gesundheitsamt mit dem vierten Fall Marvin Plattenhardt eine Infektionskette innerhalb der Mannschaft erkannte, folgte die komplette Isolierung des Teams. „14 Tage sind Pflicht“, sagte Detlef Wagner, Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit vom zuständigen Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf.

Hertha-Trainer Pal Dardai hat derzeit nur leichte Krankheitssymptome. „Er hat Gliederschmerzen, aber kein Fieber“, sagte Sportdirektor Arne Friedrich. Admir Hamzagic habe hingegen derzeit leichtes Fieber. Informationen zum genauen Gesundheitszustand der infizierten Spieler gab es vorerst nicht.

Torwart Rune Jarstein war zwischenzeitlich im Krankenhaus

Von Torhüter Rune Jarstein, bei dem Anfang des Monats nach der Rückkehr von einer Länderspielreise mit Norwegen eine Infektion mit der britischen Corona-Varianten festgestellt worden war, gibt es derweil mutmachende Signale. „Rune hat es am härtesten erwischt, aber er ist auf Weg der Weg der Besserung. Es ging ihm den Umständen entsprechend sehr schlecht. Er wurde zwischenzeitlich ins Krankenhaus eingeliefert“, berichtete Friedrich. In dieser Saison werde der 36-Jährige nicht mehr spielen können. „Er wird eine Zeit brauchen, um zu regenerieren“, sagte Friedrich.

„Wir hatten nach Rücksprache mit unserem Hygienebeauftragen bereits in der letzten Länderspielpause die Hygienemaßnahmen nochmal verschärft und damit auch die Hoffnung, dass der positive Corona-Test von Rune Jarstein ein Einzelfall bleibt. Leider hat sich das nicht bestätigt. Aufgrund der aufgetretenen Fälle sind wir nun zu einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne gezwungen", erklärte Friedrich.

Corona in Berlin, Deutschland und der Welt - mehr zum Thema

DFL verschiebt Hertha-Spiel gegen Mainz wegen Corona-Quarantäne

Daraus resultiert, dass Hertha BSC bei der DFL die Absetzung der Spiele beim FSV Mainz 05, gegen den SC Freiburg und bei Schalke 04 beantragen musste. Am Freitag teilte die Deutsche Fußball Liga mit, dass das Spiel der Berliner beim FSV Mainz 05 nicht wie geplant am Sonntag stattfinden werde. Ein neuer Termin stehe noch nicht fest, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Freitag bei „Bild live“. Auch die Partien gegen den SC Freiburg und beim FC Schalke 04 wurden abgesagt. Über neue Termine im Saisonendspurt nach Ablauf der Corona-Quarantäne bei der Hertha solle vorraussichtlich in der kommenden Woche entschieden werden, teilte die DFL am Freitag mit.

Hertha BSC maximal 14 Tage in Team-Isolation

Hertha muss maximal für 14 Tage mit dem kompletten Kader und Betreuerstab in Corona-Quarantäne. Geschäftsführer Carsten Schmidt widersprach am Freitag einer nach Auskunft der Berliner Behörden zunächst drohenden Verlängerung der Isolation im Falle weiterer positiver Corona-Tests innerhalb der Frist bis zum 29. April. „Wir haben das gerade mit dem Gesundheitsamt geklärt“, sagte Schmidt in einer digitalen Pressekonferenz.

Sollte es neue Fälle in der Quarantäne-Frist geben, müsse nur die betroffene Person eine Verlängerung der Isolation antreten und nicht die ganze Gruppe. „Wir richten uns auf 14 Tage Quarantäne ein“, sagte Schmidt. Diese Sichtweise wurde kurz darauf von Detlef Wagner, Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit vom zuständigen Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, bestätigt. Es habe weiterführende Gespräche mit dem Gesundheitsamt in der Angelegenheit gegeben. „Für die Hertha gelten natürlich die gleichen Regeln wie für Schulen und Krankenhäuser“, sagte Wagner.

Spieler und Trainer dürfen nicht aus dem Haus

Spieler und Trainer dürfen nun nicht aus dem Haus, auch individuelle Fitnesseinheiten outdoor sind nicht möglich. Die Profis bekommen für Zuhause Programme, sollen sich mit virtuellen Trainingseinheiten fit halten. Die Quarantäne sei aus gesundheitlicher Sicht der absolut richtige Schritt, sagte Sportdirektor Arne Friedrich. „Aus sportlicher Sicht trifft uns das natürlich, denn wir haben nun im Kampf um den Klassenerhalt im Mai sechs Bundesligaspiele bis zum Saisonende am 22. Mai 2021 zu absolvieren“, fügte er an.

Die Bundesliga hatte ihre Hygienemaßnahmen bereits verschärft und fürchtet, dass im Saisonendspurt nicht noch andere Erstligisten von Corona-Fällen betroffen werden. Bisher mussten nur in der 2. Liga bei den jüngsten Corona-Fällen bei Holstein Kiel, dem Karlsruher SC und dem SV Sandhausen Spiele verschoben werden.

( sid/dpa )