Investor

Windhorst will Hertha zum europäischen Milliardenklub machen

Lars Windhorst hat mit Hertha BSC große Pläne. Dazu gehört, den Verein in die Champions League zu führen.

Unternehmer Lars Windhorst hat zwei Firmen-Pleiten und die eigene Insolvenz hinter sich.

Unternehmer Lars Windhorst hat zwei Firmen-Pleiten und die eigene Insolvenz hinter sich.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Berlin. Finanzinvestor Lars Windhorst will Fußball-Bundesligist Hertha BSC in die Champions League führen und als Stammgast im Europapokal etablieren. „Unser klares Ziel ist es, dass Hertha in den nächsten Jahren in Deutschland und Europa ein Spitzenklub wird“, sagte Windhorst im Interview mit der Bild am Sonntag. Ein Spitzenklub sei für ihn ein Verein, der nicht nur einmalig, sondern regelmäßig in Europa mitspiele.

Die Qualifikation für die Königsklasse bestätigte Windhorst auf Nachfrage als Zielsetzung. „Da gibt es keine Deadline. Ich bin mir aber sicher, dass es dazu kommen wird. Die Frage ist, wie lange es dauert und wie viel es kosten wird“, sagte er.

Der 42-jährige Windhorst hat mit seiner Firma Tennor für 125 Millionen Euro 37,5 Prozent der Klub-Anteile erworben. Der Unternehmer kündigte an, eine weitere Tranche in Höhe von 100 Millionen Euro „in den nächsten vier bis sechs Wochen“ zu investieren. Dadurch würden seine Klub-Anteile auf 49,9 Prozent steigen.

„Bisher sind Altschulden abgebaut worden, aber speziell die zweite Tranche soll in den Aufbau des Vereins und des Kaders gesteckt werden“, sagte Windhorst.

Engagement „extrem langfristig und nachhaltig“

Das Engagement sei „extrem langfristig und nachhaltig“ angelegt, „auf mindestens zehn Jahre, vielleicht sogar 20. Ich habe kein Enddatum im Kopf“, sagte Windhorst. Bei Bedarf werde man auch darüber nachdenken, weitere Mittel zur Verfügung zu stellen, um die Ziele zu erreichen. Selbst wenn es "viele hundert Millionen Euro mehr kosten würde, hätten wir am Ende einen Wert geschaffen, der im Milliardenbereich liegt", meint Windhorst.

Die genaue Verwendung der Mittel werde dabei durch die Hertha-Gremien entschieden. Eine weitere Kapitalerhöhung durch den Gang an die Börse sei aktuell nicht geplant.

Kritisch bewertet Windhorst die 50+1-Regel. „In keinem Land in Europa gibt es eine solche Regel. Allein aus diesem Grund ist sie schon nicht zeitgemäß“, sagte er. Er denke, dass die 50+1-Regel langfristig kein Dauerzustand sein werde: „Wir haben allerdings nicht bei Hertha investiert, weil wir spekulieren oder erwarten, dass die 50+1-Regel wegfällt.“

Hintergrund: Lars Windhorst steigt mit 125 Millionen Euro bei Hertha ein