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Weiser steht vor dem Abflug nach Leverkusen

Trainer Pal Dardai hat keine Geduld mehr mit dem Jungstar. Weiser will eine Ausstiegsklausel nutzen.

Noch ist unklar, für wen Mitchell Weiser nächste Saison spielt

Noch ist unklar, für wen Mitchell Weiser nächste Saison spielt

Foto: Thomas Eisenhuth / picture alliance / Thomas Eisenh

Berlin.  Das Foul war rüde, hart und von hinten. Der Pfiff aber blieb aus. Nichts da, sagte der Schiedsrichter, weiterspielen. Der Schiedsrichter hieß Pal Dardai, der Gefoulte Mitchell Weiser (23), was nicht ganz unwichtig ist bei dieser Geschichte. Dass es sich bei der Szene um ein Trainingsspiel handelte, geschenkt. Weiser wird in diesen Tagen und Wochen nachgesagt, er hänge sich nicht mehr allzu sehr rein für seinen aktuellen Arbeitgeber Hertha BSC, vor diesem Hintergrund verfügt das Herunterspielen eines klaren Fouls über eine gewisse Symbolkraft. Du musst dich schon anstrengen, geschenkt wird dir hier nichts, so die Botschaft von Herthas Trainer Richtung Weiser.

Inwiefern den das noch tangiert, kann nur er selbst beantworten. Und das möchte Weiser gerade nicht. Also wird viel über ihn geschrieben. Dass er zu Borussia Dortmund wechselt. Oder zu Bayer Leverkusen. „Wir befinden uns ja schon in der Zeit, in der wir jeden Tag die tollsten Geschichten lesen“, sagt Manager Michael Preetz. Das mag stimmen, auf der anderen Seite verdichten sich aber die Anzeichen, dass die ausstehenden vier Spiele die letzten von Weiser im Trikot von Hertha BSC sein werden. Angeblich hat sich der U-21-Europameister dafür entschieden, von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch zu machen. Für 13 Millionen Euro darf er sich einem neuen Klub anschließen, dem Vernehmen nach Bayer Leverkusen.

Ob und in welcher Form Weiser noch für Hertha zum Einsatz kommt, ist fraglich. „Man kann niemanden aufstellen, der Unsicherheit ausstrahlt“, sagt Dardai vor dem Spiel am Sonnabend bei Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr, Sky). Vor einer Woche hatte Weiser gegen Köln unterdurchschnittlich schlecht gespielt und musste in der Halbzeit vom Feld. „Mitch hatte zwei richtig gute Jahre, dieses Jahr ist für ihn wie für so viele andere durchwachsen. Jetzt ringt er um seine Verfassung“, sagt Preetz. Was ihn für die Mannschaft verzichtbarer macht. „Jetzt ist Hertha BSC wichtig, jetzt ist der Teamgeist wichtig. Ich glaube, er kann uns nicht vorwerfen, dass er nicht genug gespielt hat. Er hat so viel Spielzeit erhalten wie kaum ein anderer junger Spieler“, sagt Dardai. Worte, die wie ein letzter erhobener Zeigefinger zum Abschied klingen.

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