Hertha BSC

Manager Preetz verurteilt Skandal-Banner der Harlekins

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Uwe Bremer
Sauer auf die eigenen Fans: Hertha-Manager Michael Preetz

Sauer auf die eigenen Fans: Hertha-Manager Michael Preetz

Foto: Martin Rose / Bongarts/Getty Images

Manager Michael Preetz: „Das hat im Stadion nichts zu suchen.“

Berlin. Uwe Bremer

Viele Hertha-Fans, darunter zahlreiche Frauen, waren aufgebracht. So kritisierte die Nutzerin Konstanze die Harlekins98 bei Twitter: „HB98 haben heute den letzten Kredit bei mir verspielt, Ihr seid so armselig.“ Sie forderte von ihrem Klub: „Ich hoffe Hertha BSC geht mit voller Härte gegen diese Geschmacklosigkeit vor. Dafür habe ich null Verständnis.“

Absprachen mit dem Klub missachtet

Die Aufregung bezog sich auf ein Spruchband, das die Harlekins im Pokalspiel gegen Köln (1:3) in der Ostkurve gezeigt hatten: „Domplatte for one - Selbst an ­Silvester tanzt eure Schwester allein!“ Ein Spruch, dessen Sinn sich nicht einfach erschließt, aber sowohl homophob als auch frauenfeindlich gemeint war. Bekanntlich hatte es in der Nacht des Jahreswechsels 2015/16 in Köln viele Übergriffe gegenüber Frauen gegeben, es wurden 454 Anzeigen wegen ­Sexualdelikten erstattet.

Hertha-Manager Michael Preetz bezog klar Stellung: „Ich kann nicht erkennen, dass das Hertha-Fans sind. Die haben sich selbst diskreditiert. Das hat im Stadion nichts zu suchen.“ Weiter rügte Preetz, dass es Absprachen gibt, „die an der Stelle missachtet wurden. Das, was aus unserer Kurve kam, das geht nicht. Das werden wir nicht akzeptieren.“

Die Ultras schaden der eigenen Sache

Für den Klub kommt der Vorfall ungelegen. Die Ultra-Gruppierung der Harlekins hatte im vergangenen Dezember den Dialog mit der Hertha-Führung abgebrochen. Mittlerweile ist der Gesprächsfaden wieder aufgenommen, beide Seiten reden miteinander. Wenn die Ultras aber als ernstzunehmende Partei am großen Fußball-Tisch sitzen wollen, müssen sie ein Stück Verantwortung übernehmen. Mit menschenverachtenden Spruchbändern (es war nicht das erste dieser Art) disqualifizieren sie sich jedoch.

Grundsätzlich liegt es im Interesse von Hertha, einen ordentlichen Draht zu den eigenen Anhängern zu pflegen. Es gibt mit Blick in die Zukunft diverse Themen, wo die Klubführung sein Publikum mitnehmen will, stellvertretend sei hier nur die Frage nach einem eigenen Stadion erwähnt.

Trotzdem ist der Vorfall für die Klub-Führung ungelegen. Zehn Tage, nachdem Hertha mit der Aktion „TakeAKnee“ gegen Rassismus protestiert und gesellschaftspolitisch Stellung bezogen hatte (dafür gab es stürmische Zustimmung, aber auch heftige Kritik), ist das Banner ein Rückfall in alte Zeiten. Das Spruchband bestätigt wieder nur das Klischee vom tumben Fußball-Fan.