Neue Arena

Hertha will die eigenen Fans an Stadion-Kosten beteiligen

Um die geplante neue Arena zu finanzieren, denkt der Berliner Bundesligist über Anleihen bei Anhängern und einen Namenssponsor nach.

Ein Ort für den Stadionneubau könnte der Olympiapark sein

Ein Ort für den Stadionneubau könnte der Olympiapark sein

Foto: AS+P / dpa

Berlin.  Dass Hertha BSC 2025 in ein reines Fußballstadion ziehen will, dürfte kaum jemandem entgangen sein, der zuletzt nicht eremitisch gelebt hat. Langsam zeichnen sich auch die Lage- und Finanzierungspläne der neuen Heimstätte ab. Eine Machbarkeitsstudie wies Hertha das Olympiagelände und Ludwigsfelde als Idealstandorte aus. Die geschätzten Kosten liegen bei 150 bis 250 Millionen Euro. Wie das privat zu finanzieren ist, so lautet das klare Ziel, ist eine der drängendsten Fragen. Die Antworten scheint sich Hertha nun zurechtzulegen.

Wie zunächst das Finanzmagazin "Sponsor's" berichtete und Herthas Finanzvorstand Ingo Schiller gegenüber der Morgenpost bestätigte, sind sowohl ein Namenssponsor als auch eine Fan-Anleihe denkbar. Beide Szenarien sind in der Bundesliga nicht unüblich. Nur in Bremen, Mönchengladbach und eben Berlin freuen sich Nostalgiker noch an unabhängigen Stadionnamen, für durchschnittlich 2,74 Millionen Euro pro Saison vergeben alle anderen ihre Stadionnamen.

Der HSV sammelte einst 17,5 Millionen Euro ein

Auch Schiller rechnet mit einem siebenstelligen Betrag. "Wichtig ist aber, dass der Partner zu uns passt und dass es eine langfristige Partnerschaft ist." Eine bestehende langfristige Partnerschaft könnte ins Budget einfließen: Der Verein erwägt ein Modell, in dem Anhänger dem Klub Geld leihen könnten. Köln, Schalke oder der HSV sammelten durch vergleichbare Partizipationen bereits bis zu 17,5 Millionen Euro (HSV), und auch Hertha hat Erfahrungen: Eine erste Fan-Anleihe (bis Mai 2011) wurde von Schiller damals als Erfolg gewertet, 2016 sammelte der Verein über eine Online-Anleihe eine Million Euro ein.

Fraglich ist, wie es derzeit um die Investitionsbereitschaft der Fans bestellt ist: Der Verkauf der Aktien für das Gründungsschiff läuft schleppend. Schiller aber ist zuversichtlich, dass sich das beim Stadionbau anders verhalten wird: "Das ist ein einzigartiges Thema", sagt er. Deshalb werde man sich zu gegebener Zeit auch Gedanken über originelle Gegenwerte zur Leihe machen. Der kommende Gegner aus Gladbach wich dabei von der Schmuckurkunde für die Wohnzimmerwand ab. Vor dem Borussia-Park liegt eine Raute aus Steinen – jeder trägt den Namen eines Gönners.

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