Der Frust saß tief bei Hertha-Trainer Pal Dardai. Nach dem 0:3 im Halbfinale des DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund geriet der Coach mit einem Sky-Reporter aneinander.

Gleich zu Beginn des Interviews kommt es zur ersten Konfrontation. Reporter Thomas Wagner fragt: „Pal Dardai, dieses Spiel hatte so viele Hoffnungen geweckt in ganz Berlin und auch bei Ihnen persönlich. Warum ist es heute schiefgegangen?“

Dardai gereizt: "Also, erstmal 'Hoffnung' habe ich nie in meinen Mund genommen. Das Wort Hoffnung ist ein schlechtes Wort. Wir haben nie Hoffnung gehabt, wir haben hart gearbeitet. Wir haben hier eine Chance heute hier gehabt, aber keine Hoffnung. Hoffnung ist ein komisches Wort.“

"Sie müssen nicht alles kaputtreden!"

Anschließend fragt Reporter Wagner, warum es Hertha vor heimischer Kulisse im Olympiastadion nicht gelungen sei, mit Mut nach vorne zu spielen.

Dardai entgegnet: "Ja, aber wie sollen wir das machen? Sie müssen mir das erklären und dann mache ich gerne mit." Dann sagt er: "Wir haben gut gekämpft, wir haben alles gegeben. Das nötige Glück hat in der ersten Halbzeit gefehlt. Aber sie müssen nicht alles kaputtreden!"

Dann legt er nach: "Haben Sie ein bisschen mehr Respekt. Bitteschön: bessere Frage stellen! Sonst brauchen wir nicht zu diskutieren." Und: "Wenn Sie eine bessere Idee haben, nehme ich gerne Unterricht von Ihnen."

Hertha BSC unterliegt Dortmund 0:3

Das Ziel: hoch. Der Traum: vorhanden. Es ging für Hertha BSC um nicht weniger als den Einzug ins DFB-Pokalfinale und am Ende vielleicht sogar um den „Pott“.
Das Ziel: hoch. Der Traum: vorhanden. Es ging für Hertha BSC um nicht weniger als den Einzug ins DFB-Pokalfinale und am Ende vielleicht sogar um den „Pott“.© dpa | Kay Nietfeld
Die Stimmung im Olympiastadion? Sensationell. Die Hertha-Fans gaben alles, schon vor Spielbeginn mit einer beeindruckenden Choreografie.
Die Stimmung im Olympiastadion? Sensationell. Die Hertha-Fans gaben alles, schon vor Spielbeginn mit einer beeindruckenden Choreografie.© REUTERS | FABRIZIO BENSCH
Mit Fahnen zauberten sie eineni Fußball auf die Ränge.
Mit Fahnen zauberten sie eineni Fußball auf die Ränge. © REUTERS | FABRIZIO BENSCH
Würden die Berliner es auf heimischem Rasen schaffen, den BVB geschlagen vom Platz zu schicken?
Würden die Berliner es auf heimischem Rasen schaffen, den BVB geschlagen vom Platz zu schicken?© REUTERS | HANNIBAL HANSCHKE
Hertha-Trainer Pal Dardai sah jedenfalls recht zuversichtlich aus - vor der Partie.
Hertha-Trainer Pal Dardai sah jedenfalls recht zuversichtlich aus - vor der Partie.© Bongarts/Getty Images | Boris Streubel
Unter den Gästen auch Prominenz. Bundestrainer Joachim Löw, rechts neben ihm Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD),...
Unter den Gästen auch Prominenz. Bundestrainer Joachim Löw, rechts neben ihm Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD),...© Bongarts/Getty Images | Boris Streubel
... der aber schon vor dem Anpfiff recht angespannt aussah.
... der aber schon vor dem Anpfiff recht angespannt aussah.© dpa | Kay Nietfeld
Unter den Gästen auch Hans Joachim Watzke, Geschäftsführer des BVB, Reinhard Rauball, Präsident von Dortmund und der DFL und Innenminister Thomas de Maizière (r.).
Unter den Gästen auch Hans Joachim Watzke, Geschäftsführer des BVB, Reinhard Rauball, Präsident von Dortmund und der DFL und Innenminister Thomas de Maizière (r.). © Bongarts/Getty Images | Stuart Franklin
Hertha kämpfte zwar, blieb aber gerade in der ersten Halbzeit weit hinter seinen Möglichkeiten.
Hertha kämpfte zwar, blieb aber gerade in der ersten Halbzeit weit hinter seinen Möglichkeiten.© Bongarts/Getty Images | Boris Streubel
Da half auch der Einsatz von Genki Haraguchi nichts.
Da half auch der Einsatz von Genki Haraguchi nichts.© dpa | Wolfram Kastl
Er scheitert hier an Henrikh Mkhitaryan
Er scheitert hier an Henrikh Mkhitaryan © Bongarts/Getty Images | Boris Streubel
Und so jubelten in der 21. Minute die Dortmunder über ein Tor von Castro.
Und so jubelten in der 21. Minute die Dortmunder über ein Tor von Castro.© dpa | Annegret Hilse
Michael Müller und Sportsenator Frank Henkel (CDU) können es kaum fassen.
Michael Müller und Sportsenator Frank Henkel (CDU) können es kaum fassen.© dpa | Kay Nietfeld
Dortmunds Trainer Thomas Tuchel sah das Ganze trotzdem nicht entspannt.
Dortmunds Trainer Thomas Tuchel sah das Ganze trotzdem nicht entspannt.© REUTERS | HANNIBAL HANSCHKE
Allzu oft musste Herthas Torwart Rune Jarstein retten.
Allzu oft musste Herthas Torwart Rune Jarstein retten. © REUTERS | FABRIZIO BENSCH
Auch das Beten von John Anthony Brooks half nichts.
Auch das Beten von John Anthony Brooks half nichts.© REUTERS | HANNIBAL HANSCHKE
Marco Reus macht schließlich das 0:2.
Marco Reus macht schließlich das 0:2.© REUTERS | HANNIBAL HANSCHKE
Jarstein konnte es nicht mehr mit ansehen.
Jarstein konnte es nicht mehr mit ansehen.© Bongarts/Getty Images | Stuart Franklin
Schließlich konnte er dem Ball nur noch hinterherschauen. Hier geht er zwar noch daneben, aber kurz darauf fällt das 3:0 für Dortmund.
Schließlich konnte er dem Ball nur noch hinterherschauen. Hier geht er zwar noch daneben, aber kurz darauf fällt das 3:0 für Dortmund.© dpa | Wolfram Kastl
Dortmund dagegen ließ sich von seinen Fans feiern.
Dortmund dagegen ließ sich von seinen Fans feiern.© dpa | Kay Nietfeld

Der Reporter will unterbrechen: "Darf ich vielleicht auch mal ganz kurz reden?" Darauf Dardai: "Nein, dürfen Sie nicht! Ich rede! Bitte andere Fragen, dann bekommen Sie eine Antwort."

"Meine Spieler sind kein Material!"

Später sagt der Sky-Reporter: "Wenn Sie jetzt sagen, dass das Material von Dortmund besser als Hertha ist...“ Dardai reagiert zunächst: "Spielermaterial. Material ist ein komisches Wort." Zum Schluss des Interviews sagt er: "Meine Spieler sind kein Material!"

Dardai fasst das Interview so zusammen: "Ich verstehe Sie langsam nicht mehr. Bitte mehr Respekt! Meine Jungs haben gut gearbeitet. Wir sind bis zum Limit gegangen. Und sorry: Wenn sie das nicht gesehen haben, dann haben wir ein Problem."

Der Reporter antwortet: "Ok, dann haben wir ein Problem. Dann beenden wir das vielleicht. Ich hab' den Respekt vor Ihrer Mannschaft nie verloren."

BM