Saisonauftakt

Kommentar - Hertha darf Spaß machen

Dass Hertha BSC auch Spaß machen darf, ging in den vergangenen Jahren oft unter. Nun kann Pal Dardai für ein gutes Bauchgefühl sorgen.

Trainer Pal Dardai ist der richtige Mann für die Bauchgegend

Trainer Pal Dardai ist der richtige Mann für die Bauchgegend

Foto: Stefan Puchner / dpa

Was verkauft der Fußball? Richtig. Emotionen. Auch deshalb ist Pal Dardai in diesem Geschäft ganz gut aufgehoben. Der Trainer von Hertha BSC ist ein Mann für die Bauchgegend. Wer das bisher noch nicht wusste, der brauchte am Sonnabend nur warten, bis der Schiedsrichter die Partie der Berliner gegen den FC Augsburg zum Fußball-Bundesligaauftakt abpfiff.

Hertha hatte tatsächlich 1:0 gegen die Fuggerstädter gewonnen – glücklich zwar, aber nicht unverdient . Dardai rannte zu seinen Profis, drückte sie überschwänglich an sich und grinste.

Endlich sind mal wieder ein paar positive Emotionen bei Hertha zu vernehmen. Endlich kann mal wieder ein Sieg von den Anhängern besungen werden – der erste seit Anfang April. Das alles kannte man bei Hertha ja schon gar nicht mehr nach den bleiernden Monaten in der vergangenen Saison, in der der Abstieg nur mit Ach und Krach und dank des besseren Torverhältnisses vermieden wurde.

Für Pal Dardai ist dieser Auftaktsieg so wichtig, weil er die Stimmungslage im Verein für die nächsten Wochen prägt. Vor einem Jahr begann die vergangene Spielzeit gleich mit einem Stimmungsknick, weil Hertha trotz einer 2:0-Führung gegen Werder Bremen am ersten Spieltag noch den Sieg vergab und nur 2:2 spielte. Ein positives Gefühl rund um den Hauptstadtklub wollte danach nie entstehen.

Nach dem Wiederaufstieg 2013 spielt Hertha nun die dritte Saison hintereinander in der Bundesliga und sehnt sich immer noch danach, ein sportlich sorgenfreier Klub zu werden. Aber dass dieser Verein auch Spaß machen darf, dass die Berliner Fans sich über ihn tatsächlich mehr freuen als ärgern könnten, das ging bis auf ein kurzes Hoch in der Hinrunde der Saison 2013/14 meist unter.

Vor dieser Spielzeit haben nahezu alle Experten der Republik darauf getippt, dass Hertha wieder tief in den Abstiegskampf rutschen wird. Es liegt nun an Pal Dardai und der sportlichen Leitung um Manager Michael Preetz, sie Lügen zu strafen und endlich einmal soetwas wie Aufbruchstimmung um den Verein zu erzeugen.