Erhebliche Irritationen bestehen zwischen dem ungarischen Fußball-Verband Magyar Labdarúgó Szövetség (MLSZ) und Hertha BSC wegen Pal Dardai, 39. Vagi Marton, der Generalsekrektär des MLSZ dementierte, dass der Fußball-Bundesligist eine Option habe, Dardai in diesem Sommer aus dem Job als Nationaltrainer von Ungarn zu lösen. Marton sagte: „Wie ich es schon früher erklärt habe: Pal Dardai bleibt bis zum Ende der EM-Qualifikation Nationaltrainer.“
Anfang September und Mitte Oktober bestreitet Ungarn noch vier Qualifikationspartien – damit passt diese Aussage nicht zusammen mit dem, was die Berliner Morgenpost am Wochenende enthüllt hatte: Dass Hertha im Vertrag mit dem ungarischen Verband Anfang Dezember 2014 unter anderem eine Klausel ausgehandelt hat, wonach der Bundesligist die Option besitzt, in diesem Sommer Dardai als Cheftrainer bei Hertha zu beschäftigen. Macht Hertha davon Gebrauch, müsste Dardai zum 1. Juli seinen Zweitjob als Nationaltrainer von Ungarn aufgeben.
Hertha-Manager Preetz: „Wir haben das in der Hand“
Hertha-Manager Michael Preetz hat die Existenz der Klausel öffentlich bestätigt: „Wir haben das in der Hand.“
Dardai weilt seit Beginn dieser Woche in Budapest. Dort trifft Ungarn in der EM-Qualifikation Sonntag auf Griechenland. Dardai sagte am Dienstag vor ungarischen Journalisten: „Ich weiß nicht, was in dem Vertrag steht, wirklich nicht. Ich war nicht dabei, als er erstellt wurde. Ich habe die Frage in der Zeitung gelesen: Wem gehöre ich? Ich kann nur sagen: Ich gehöre ausschließlich zu meiner Frau.“
Nur eine der beiden Lesarten kann korrekt sein
Dardai war im vergangenen September in Ungarn, damals als U15-Trainer von Hertha, interimsmäßig für acht Wochen eingesprungen. Im Dezember 2014 hatten der Bundesliga-Klub und der MLSZ sich geeinigt, dass Dardai in Doppelfunktion tätig sein dürfe. Diese Einigung hatte auch Bestand, als Dardai am 5. Februar als Nachfolger des beurlaubten Jos Luhukay die Profis von Hertha übernahm. Hertha holte unter Dardai elf Punkte aus sieben Spielen und ist seit vier Partien ungeschlagen. Doch als Tabellen-13. der Bundesliga steckt der Hauptstadt-Klub bei acht ausstehenden Partien weiter im Überlebenskampf.
Gelingt Hertha der Klassenerhalt, soll Dardai in der Saison 2015/16 Cheftrainer werden – und sich ganz auf Berlin konzentrieren. Der ungarische Verband legt den Vertrag anders aus. Nur eine der beiden Lesarten kann korrekt sein.




