Das Freundschaftsspiel seiner Landsleute gegen Deutschland am Mittwoch Abend ist für Jos Luhukay eine besondere Partie.
Schließlich arbeitet Herthas niederländischer Cheftrainer seit vielen Jahren schon in der Bundesrepublik (zunächst in Köln, dann in Paderborn, Mönchengladbach, Augsburg und seit Sommer in Berlin) – seine Familie aber lebt weiterhin auf der anderen Seite der Grenze in Venlo. Zwei Herzen also, die in der Brust des 49-Jährigen schlagen, wenn die DFB-Auswahl von Joachim Löw in Amsterdam auf das „Oranje“-Team von Ex-Bayern-Coach Louis van Gaal trifft.
Wem also drückt Luhukay, der am Wochenende noch zu Besuch in Venlo war, heute die Daumen? „Ich bin ein Fußball-Liebhaber und schätze beide Mannschaften sehr“, wich der Trainer am Tag vor dem Länderspiel gekonnte der Frage aus. Höflich wie immer fügte er an: „Der Bessere soll gewinnen.“
Khedira, Schweinsteiger, Özil und Klose sagen ab
Dass am Ende aber die deutsche Elf die Nase vorn haben wird, daran gibt es für Luhukay keinen Zweifel: „Deutschland ist die bessere Mannschaft. Sie sind nicht nur individuell besser besetzt, sondern auch in der Breite des Kaders“, sagte Luhukay. Man könne sehen, dass Deutschland in den vergangenen Jahren eine „absolut positive Entwicklung“ genommen habe, bei der immer wieder hoffnungsvolle Talente nachrücken würden. Die Niederlande hingegen stagniere etwas seit dem verlorenen WM-Finale von 2010 gegen Spanien. Der neue „Bondscoach“ van Gaal versuche nun, wie es Deutschland vorgemacht habe, ebenfalls verstärkt junge Akteure in die Nationalmannschaft einzubauen.
Obwohl einige Experten vor der Partie bemängelten, dass der Vergleich durch die zahlreichen Absagen (auf deutscher Seite u.a. Khedira, Schweinsteiger, Özil und Klose) an Brisanz verliere, freut sich Luhukay dennoch auf das Aufeinandertreffen: „Es bleibt trotzdem ein Prestigeduell und ein Spiel mit viel Brisanz.“ Besonders die jungen Nationalspieler, die sonst nur in der zweiten Reihe stünden, könnten nun zeigen, dass sie dazugehören. So macht es Luhukay bekanntlich auch bei Hertha, wo er gern Nachwuchsspielern eine Chance gibt. Mit Erfolg.
mey





