Am Sonnabend war er noch zuversichtlich. Doch am Sonntag beim Härtetest im Abschlusstraining musste Peter Niemeyer (28) nach 45 Minuten abbrechen. Die Außenbanddehnung am Knie, die er sich gegen Dresden (1:0) zugezogen hatte, ist noch nicht vollständig auskuriert. Nachdem er in allen acht Pflichtspielen in der Startelf gestanden hat, reist Hertha BSC nun ohne seinen Kapitän zum MSV Duisburg (heutiger Montag, 20.15 Uhr).

Mit Niemeyer verliert die Mannschaft innerhalb weniger Tagen den zweiten sogenannten Aggressiv Leader. Der robuste Innenverteidiger Maik Franz wird nach einer Schulteroperation für mindestens drei Monate ausfallen. Bei Niemeyer ist offen, ob er am kommenden Freitag im Heimspiel gegen 1860 München eingesetzt werden kann.

Zuvor steht am Abend die Aufgabe beim Schlusslicht in Meiderich an. Der logische Nachrücker für Niemeyer, Fabian Lustenberger, überzeugt gerade auf ungewohnter Position als Aushilfs-Innenverteidiger, der Schweizer wird dort auch gegen Duisburg spielen. Ähnliches gilt für Felix Bastians, den Trainer Jos Luhukay für seine sicherere Vorstellung im Abwehrzentrum gegen Dresden gelobt hatte.

Immer wieder diverse Ausfälle

Auf der Niemeyer-Position im defensiven Mittelfeld braucht es eine hohe Laufbereitschaft und ein rasche Auffassungsgabe. Da mittlerweile Ronny das Laufen für sich entdeckt hat, ist es denkbar, dass der Brasilianer neben Peer Kluge auf der Doppel-Sechs spielt.

Auf den eher zurückhaltenden Ersatzkapitän Kluge kommt, gemeinsam mit Torwart Thomas Kraft, die Aufgabe zu, die Mannschaft in Duisburg zu führen und mitzureißen. Überhaupt fällt auf, dass die Berliner trotz des frühen Saisonzeitpunktes – 27 Spiele stehen noch aus – immer wieder kurzfristig auf diverse Ausfälle reagieren mussten.

Sei es auf die anfängliche Sperre für Torwart Kraft, die Rote Karte für Ersatzkeeper Sascha Burchert sowie auf eine bereits relativ lange Verletztenliste mit Christoph Janker, Marvin Knoll, Daniel Beichler sowie kurzzeitigen Ausfällen von Roman Hubnik oder Kluge, ganz zu schweigen von den bis Jahresende fehlenden Pierre-Michel Lasogga, Shervin Radjabali-Fardi oder Kobiashvili.

Trainer Luhukay lässt sich von dem erneuten Ausfall nicht beeindrucken: „Peter ist ein wichtiger Spieler. Aber wir haben einen breiten Kader.“

ub