Er hatte die Zähne zusammengebissen im Abstiegskampf, nicht viel Aufhebens gemacht um sich, einfach die Schmerzen so gut wie möglich ignoriert und gespielt. Dabei machte der Leistenbruch Christoph Janker schon zu schaffen, so sehr, dass er nach der Saison operiert werden musste. Sportlich gelohnt hat sich der Einsatz für den Defensivspieler nicht wirklich, denn den Abstieg mit Hertha BSC aus der Bundesliga konnte auch er nicht verhindern. Umsonst war die Opferbereitschaft nun allerdings auch nicht, denn sein auslaufender Vertrag bei den Berlinern steht kurz vor der Verlängerung. „Es geht nur noch um Formalien, wir sind uns einig“, sagte sein Berater Michael Steiner dem „Kicker“. Es wäre die erste Vertragsverlängerung nach dem Abstieg bei den Berlinern.
Als einziger Zweitligist gelang es dem Klub bislang nicht, neue Spieler an sich zu binden. Das hat viel damit zu tun, dass die Zeit knapp war nach der Relegation und dem juristischen Nachspiel wegen des Platzsturms in Düsseldorf. Dort spielte Janker bereits seit drei Wochen mit der gebrochenen Leiste.
Wohl auch, um nicht schon wieder den Anschluss zu verlieren, und damit ebenso die Möglichkeit, weiter für Hertha zu spielen. Besonders glücklich verlief das Kapitel bislang nämlich nicht für den 27-Jährigen. Bereits 2009 kam der Abwehrallrounder nach Berlin, während die erste Saison noch ganz passabel lief, war die zweite eine große Herausforderung für den gebürtigen Bayern. Eine massive Einblutung im rechten Oberschenkel hätte fast seine Karriere beendet, sogar eine Amputation stand Ende 2010 zeitweise im Raum. Stattdessen trägt Janker nun eine riesige Narbe als Andenken herum. Aber er kann weiter Fußballspielen.
Fast schon abgeschrieben nutzte er seine Chance, als er sie in der vergangenen Saison bekam. Davon konnte ihn weder ein Jochbeinbruch im Winter noch der Leistenbruch abhalten. Die Vertragsverlängerung, die in den nächsten Tagen offiziell werden sollte, ist also hart erkämpft.
Derweil verhandelt Hertha-Manager Michael Preetz bereits mit dem nächsten Spieler, dessen Kontrakt ausläuft. Torhüter Maikel Aerts hat die Aussicht, nächste Saison in Berlin zu spielen. Unter welchen Bedingungen, wird nun beredet.
Für Andreas Ottl hatte Preetz keine Verwendung mehr, trotz Vertrag bis 2014 plant der Klub nicht mehr mit ihm. Dass Bundesligist FC Augsburg Interesse an dem Mittelfeldspieler hat, gilt schon länger. „Aber ob sich ein Transfer realisieren lässt, ist offen“, sagte Trainer Marcus Weinzierl und spielte auf das Gehalt von Andreas Ottl an.
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