Der Berliner Bundesligist Hertha BSC prüft juristische Schritte gegen Ex-Trainer Lucien Favre. Der Schweizer hatte sich bei einer Pressekonferenz am Dienstag dazu geäußert, warum er nach einer Niederlagenserie vom Berliner Bundesligisten beurlaubt worden war.

Dabei hatte er indirekt Hertha-Präsident Werner Gegenbauer und Manager Michael Preetz angegriffen. Solche Äußerungen könnten den Tatbestand des "vereinsschädigenden Verhaltens" erfüllen – Favre ist weiter Angestellter von Hertha BSC, und das noch bis 2011. Der Trainer wurde nicht entlassen, sondern beurlaubt. Ob vereinsschädigendes Verhalten vorliegt, lässt Hertha nun prüfen. Als Strafe ist, zum Beispiel, eine Geldbuße möglich.

Bei der Pressekonferenz im Berliner Luxushotel Adlon hatte Favre einerseits gesagt, er mache sich keine Sorgen um Hertha BSC, andererseits aber angemerkt: "Eines ist klar, im Winter muss Hertha investieren. Nicht eine halbe Million Euro, sondern zehn Millionen. Es ist bemerkenswert, dass Herr Gegenbauer jetzt davon [von Nachkäufen im Winter/Anm.d.Red.] spricht." Das kann als Spitze gegen den Hertha-Präsidenten verstanden werden. Gegenbauer wies die Favre-Äußerung zurück: "Lucien Favre war in die komplette Saisonplanung eingebunden. Er kennt unsere finanziellen Möglichkeiten. Personelle Entscheidungen das Team betreffend, sind immer mit seiner Zustimmung gefallen."

Hertha-Manager Michael Preetz wurde von Favre zwar nicht direkt genannt – doch der Ex-Trainer stellte Preetz indirekt ein schlechtes Zeugnis aus. "Ich habe in meiner Zeit in Berlin viel zu viele Kompromisse gemacht, auch im Sommer. Es war immer meine Philosophie, Spieler mit Perspektive zu verpflichten, die man später gewinnbringend verkaufen kann." Preetz reagierte empört: "Die Planungen für diese Spielzeit sind in jedem Fall im Einvernehmen zwischen Lucien Favre und mir erfolgt. Dies betrifft auch Artur Wichniarek. Favres Behauptung, seine Transfer-Philosophie wurde nicht berücksichtigt, entbehrt jeder Grundlage."

ub/BMO