Morgenpost Online: Herr Heine, am Donnerstag sitzen Sie zum ersten Mal im Europapokal auf der Berliner Trainerbank. Freuen Sie sich auf die Dienstreise nach Portugal?

Karsten Heine: Ich hatte bis jetzt nicht viel Zeit, an Portugal zu denken. Aber Lissabon wird eine reizvolle Aufgabe, bei der wir nur gewinnen können. Dazu müssen wir die Fehler der vergangenen beiden Spiele abstellen.

Morgenpost Online: Was muss besser werden?

Heine: Wenn man zwei Klatschen bekommt wie gegen Freiburg und in Hoffenheim (0:4 und 1:5 – d. R.), ist es für alle nicht einfach. Die Jungs müssen auf dem Platz Mut und Selbstvertrauen zeigen. Dazu müssen sie mit lockeren Spielformen den Spaß zurück in die Köpfe kriegen. Und sie müssen die einfachen Dinge des Fußballs beherzigen: laufen und kämpfen.

Morgenpost Online: So ähnlich sprach bis zuletzt auch Lucien Favre. Bedauern Sie, dass er gehen musste?

Heine: Seine Entlassung tut mir leid. Er und Harald Gämperle sind ohne Zweifel Klassetrainer, die Mannschaft ist taktisch hervorragend geschult.

Morgenpost Online: Zum vierten Mal nach 1991, 1994/95 und 2007 sind Sie als Übergangslösung eingesprungen. Haben Sie diesmal Ambitionen auf die dauerhafte Nachfolge?

Heine: Das ist jetzt völlig unwichtig. Wichtig ist, die Talfahrt zu stoppen. Ich bin sehr optimistisch, dass das gelingt. Jeder kann besser spielen, als er es zuletzt getan hat, das wissen wir doch alle. Die Mannschaft hat allemal die Qualität für die Bundesliga und wird nicht absteigen.

Morgenpost Online: Jeder kann besser spielen – es gibt Gerüchte, wonach das Problem zuletzt nicht in den Beinen, sondern vielmehr in der Einstellung der Spieler gegenüber Favre gelegen haben soll.

Heine: Wissen Sie, davon höre ich zum ersten Mal. Ich kann nicht sagen, woran es gelegen hat.

Aufgezeichnet von Daniel Stolpe