Ohne Gojko Kacar, der am Mittwoch trotz einer Klage des Berliner Bundesligisten bei den Olympischen Spielen gegen Argentinien antrat und mit seinem Team ausschied, spielt Hertha BSC am Donnerstag (20.45 Uhr/DSF) gegen NK Interblock Ljubljana. Schon im Hinspiel der 2. Qualifikationsrunde soll gegen Sloweniens Pokalsieger der Grundstein für den Einzug in den Uefa-Cup gelegt werden.
Doch nach der Ankunft in Slowenien mussten die Berliner erst einmal die nächste schlechte Nachricht aus China verdauen. Der serbische Verband setzte sich über die Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS hinweg und ließ Kacar wiederum die komplette Partie bestreiten. "Von den Serben habe ich sowieso nichts anderes erwartet", sagte der erboste Hertha-Manager Dieter Hoeneß. "Ich hatte sowieso den Eindruck, das ist ein Spiel auf Zeit."
Hoeneß hatte ultimativ Kacars Rückkehr gefordert
Hertha BSC hatte sich noch am Dienstagabend an die Ad-hoc-Kammer des CAS in Peking gewandt, bis zum Mittag aber keine positive Rückmeldung erhalten. Hoeneß hatte in den vergangenen Tagen ultimativ die Rückkehr von Kacar verlangt und weitere Olympia-Einsätze als "widerrechtlich" bezeichnet. Nach dem 0:2 gegen Argentinien und dem Verpassen des Viertelfinales wird 21-Jährige noch am Donnerstag in Berlin erwartet. Sein Club hat zwei Flüge über Frankfurt gebucht, damit Kacar nicht mit seinem Team über Belgrad zurückreisen muss.
Die Vorbereitung auf die Partie in Slowenien sollte vom Tauziehen um den Serben nicht gestört werden. "Wir sind wieder klarer Favorit", sagte Trainer Lucien Favre vor dem Abflug am Mittwoch. Unter den Augen des Schweizers hatte Ljubljana am Wochenende auch im vierten Ligaspiel nicht gewonnen und stellte daraufhin den Italiener Alberto Bigon am Mittwoch als neuen Trainer vor. Bigon führte 1990 den SSC Neapel um Diego Maradona zum italienischen Meistertitel und soll nun den Tabellen-Letzten Sloweniens in Schwung bringen.
Sechs Spieler fehlen gegen Slowenien
Der Club sei klar besser als Erstrundengegner Nistru Otaci aus Moldawien, urteilte Favre. "Sie haben eine Mannschaft mit mehr Potenzial. Vorne sind sie gefährlich. Sie haben einen neuen Trainer, sie haben viel Geld, aber wir müssen eine Runde weiter", sagte Favre, der bei seinen Planungen auch schon den Bundesliga-Start am Sonntag bei Eintracht Frankfurt im Hinterkopf hat.
Immerhin sechs Spieler fehlen Favre: Neben Kacar und Olympia- Teilnehmer Solomon Okoronkwo, der mit Nigeria ins Viertelfinale einzog, fällt Kapitän Arne Friedrich (Rückenbeschwerden) auch inFrankfurt aus. Pal Dardai erholt sich von einem Muskelfaserriss, für Sofian Chahed kommt die Europapokal-Partie nach der Operation wegen eines Fingerbruches zu früh. Ersatztorhüter Christian Fiedler fehlt nach einem Kreuzbandriss noch mehrere Monate. Dafür sind die Neuzugänge Amine Chermiti und Cicero spielberechtigt.
dpa/sei



