Olympische Spiele sind ein tolles Fest. Die Jugend der Welt kommt hier zusammen. Auch der Fußball gehört dazu, und doch ist Fußball nicht Olympia. Fußball ist WM, Champions League oder - aus deutscher Sicht - auch Bundesliga.
Fußball ist die Weltsportart Nummer eins, Spieler sind hochbezahlte Angestellte durch und durch professionalisierter Klubs. Doch die plagt von Barcelona über Mailand bis Hoffenheim ein und dasselbe Problem: Für die Dauer der Spiele sollen sie ihre teuren Stars abstellen - ohne Versicherungsschutz, aber bei voller Gehaltsfortzahlung. Abstellungsentschädigungen, wie sie mit dem Weltverband Fifa und der europäischen Uefa vereinbart sind, gibt es vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nicht.
Ein Dilemma. Eines, das durch die Fifa noch vergrößert wird. Denn einmal mehr dient das mächtigste Fußballorgan in erster Linie sich selbst. Mit einer merkwürdigen Altersregelung schützt die Fifa den Stellenwert ihrer eigenen Wettbewerbe, so macht sie das olympische Turnier nicht zu stark und gleichzeitig sich selbst beim IOC nicht gänzlich unbeliebt.
Die Leidtragenden sind die Klubs. Sie können wählen, ob sie große Risiken eingehen und über Wochen auf ihre Stars verzichten. Oder ob sie in Kauf nehmen, dass diese sich in den Schmollwinkel verziehen und es dem starrsinnigen Arbeitgeber mit Leistungsverweigerung zurückzahlen. Fair ist das nicht.




