Hertha BSC

Nico Schulz träumt von der Nationalelf und von Rio 2016

Herthas Eigengewächs hat attraktive Perspektiven: Mit der deutschen U21 will er zur EM 2015 und zu den Olympischen Spielen 2016. Das größte Ziel aber ist das A-Nationalteam von Bundestrainer Löw.

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Nico Schulz war etwas müde. Und darum froh, dass Trainer Jos Luhukay seine drei Länderspiel-Rückkehrer in der Kabine ließ, während der Rest der Mannschaft von Hertha BSC auf dem Schenckendorff-Platz trainierte. Schulz fuhr ein wenig Rad und wurde massiert, ebenso wie Hajime Hosogai (verlor mit Japan 0:4 gegen Brasilien) und Fabian Lustenberger (wurde nicht eingesetzt für die Schweiz beim 4:0 gegen San Marino). Schulz war am Dienstag 90 Minuten im Einsatz für die deutsche U21, die in Essen 2:0 gegen die Ukraine gewann.

Das Team von Bundestrainer Horst Hrubesch löste damit das Ticket für die U21-Europameisterschaft 2015 in Tschechien. „Ich habe mich riesig gefreut, dass ich spielen durfte“, sagte Schulz nach seinem achten Länderspiel für die U21.

Schulz präsentiert sich in der neuen Saison in starker Frühform – und das nicht zufällig. In Essen spielte der Herthaner wie auch zuletzt im Verein links in der Vierer-Abwehrkette. Er weiß, dass auch in der A-Nationalmannschaft von Joachim Löw derzeit ein linker Verteidiger gesucht wird. „Der Weg für Nico ist vorgezeichnet“, sagt Manager Michael Preetz. „Nico muss Stammspieler in seinem Verein sein und in der U21 spielen. Und Nico hat einen erheblichen Sprung gemacht in seiner Entwicklung.“

Rogon neuer Berater

Das sieht auch Jos Luhukay so. Der Hertha-Trainer lobt die Konzentration auf den Beruf, die Fokussierung auf das Training bei Schulz. „Das macht Nico sehr gut.“ Lohn der Arbeit: Bei Herthas sieben Saisonpartien stand Schulz jedes mal in der Startformation – außer bei den beiden Partien, bei denen er gesperrt war, weil Schulz in Freiburg einen Fehler des Kollegen John Brooks ausbügeln wollte, für seine Grätsche als letzter Mann aber die Rote Karte kassierte.

Schulz ist ein Eigengewächs, seit 2000 bei Hertha. Ihm sind seine Perspektiven bewusst: „Linksverteidiger sind derzeit sehr gefragt. Ich würde lügen, wenn ich nicht den Wunsch hätte, irgendwann in der A-Nationalmannschaft spielen zu dürfen. Wenn man U21-Nationalspieler ist, muss das das Ziel sein.“

Der 21-Jährige hat einiges geändert. Mittlerweile wird er nicht mehr von Jörg Neubauer beraten sondern von Rogon (Roger Wittmann). Zudem ist Schulz seit Juni und der Geburt von Töchterchen Layla Valentina Familienvater. Und ein weiteres sportliches Ziel lockt Schulz. Die ersten Drei der U21-Europameisterschaft 2015 lösen das Ticket für Olympia in Rio 2016. „Nicht jeder Fußballer darf Olympia erleben. Die EM ist der erste Schritt, Rio der nächste“, sagt Schulz.