Einige Sorgenkinder kehren zurück, von einer WM-Vorbereitung ohne Sorgen aber ist Joachim Löw knapp 100 Tage vor dem ersten Weltmeisterschafts-Spiel in Brasilien weit entfernt. Zwar werden Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger, Miroslav Klose und Lukas Podolski nach längerer Länderspielpause wieder im Kader des Bundestrainers stehen.
Doch die noch länger fehlenden Stammkräfte Sami Khedira und Ilkay Gündogan, die langfristige Schambeinverletzung von Sven Bender, die anhaltenden Probleme von Mats Hummels und der fehlende Rhythmus weiterer WM-Kandidaten wie Julian Draxler oder Benedikt Höwedes bereiten Löw „Kopfschmerzen“. Mario Gomez ist beim AC Florenz nach einer Knieverletzung gerade wieder in den Wettkampf eingestiegen.
Lasogga und Verteidiger Mustafi aus Genua
Auch deswegen berief Löw am Freitag nun die vier Neulinge Pierre-Michel Lasogga von Hertha BSC (bis zum Sommer an den Hamburger SV ausgeliehen), Matthias Ginter vom SC Freiburg, André Hahn vom FC Augsburg und den in Deutschland nahezu unbekannten Abwehrspieler Shkodran Mustafi von Sampdoria Genua für das Länderspiel am kommenden Mittwoch in Stuttgart gegen Chile. Zweiter Torwart neben Manuel Neuer ist im 21-Mann-Kader der Dortmunder Roman Weidenfeller.
Seine Prioritäten hatte der DFB-Chefcoach schon vor der Kaderbenennung für das Testspiel gegen Chile am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr/ARD) in Stuttgart neu gesetzt: „Wenn ein Spieler irgendein Problem hat, werde ich wahrscheinlich auf ihn verzichten.“ Bei der angespannten Personallage und den hohen Belastungen für seine Profis in den kommenden Wochen möchte Löw jetzt in dem „einen Länderspiel nicht das ganz große Risiko eingehen“, wie der Bundestrainer schon zum Start des WM-Jahres betonte. Mit Beginn der intensiven WM-Vorbereitung brauche er Spieler, die topfit, gut präpariert und hoch belastbar sind. „Das wird das Wichtigste sein“, äußerte Löw.
Dennoch ist die Begegnung mit dem WM-Teilnehmer Chile „schon von großer Bedeutung“, erklärte der Freiburger. Denn danach kann er sich nur noch in den Klubspielen ein Bild von der Verfassung seiner Brasilien-Anwärter machen. Vor dem letzten Bundesliga-Spieltag am 10. Mai wird Löw sein vorläufiges WM-Aufgebot von 26 bis 27 Spielern benennen, das er dann noch auf 23 Akteure reduzieren muss. Deshalb möchte der 54-Jährige für das erste Fußball-Länderspiel 2014 „möglichst den kompletten Kader“ zusammenholen.
dpa/rh



