Bundesliga

Herthas Trainer trifft Skjelbred und fährt nach Wolfsburg

Der Aufsteiger aus Berlin tritt als selbstbewusster Außenseiter beim VfL Wolfsburg an. Skjelbred freut sich auf Hertha: „Der Wechsel macht Sinn.“ Und Lasogga wird am Sonnabend in Hamburg erwartet.

Foto: Stuart Franklin / Bongarts/Getty Images

An die Dienstreisen zum VfL Wolfsburg erinnert sich Hertha BSC gern. Im Oktober 2011 nahmen die Berliner einen 3:2-Sieg aus der VW-Arena mit. Im März 2010 gewann Hertha beim damaligen Deutschen Meister VfL gar mit 5:1. Doch von Übermut will Trainer Jos Luhukay nichts wissen. Hertha reist als Aufsteiger und damit als Außenseiter an den Mittellandkanal. „Egal, welchen Mannschaftsteil man sich anschaut, Wolfsburg hat überall sehr gute Spieler“, sagte Luhukay.

Selbst wenn der neue VfL-Star, Luiz Gustavo, für 20 Millionen vom FC Bayern verpflichtet, wegen einer Gelb-Roten Karte fehlt, wartet die Mannschaft von Dieter Hecking mit reichlich Qualität auf. An einem guten Tag kann die Offensive der „Wölfe“ jeden Bundesligisten in Probleme stürzen: Angeführt von Mittelfeld-Star Diego spielen da der portugiesische Nationalspieler Vieirinha, der Serbe Ivan Perisic und Ivica Olic, der einen wieselflinken Stoßstürmer gibt. Das 4:0 im bisher einzigen VfL-Heimspiel gegen Schalke war eine Demonstration des Wolfsburger Potenzials.

Doch Hertha ist selbstbewusst angereist. Der Klassenneuling ist mit zwei Siegen und einem Remis noch ungeschlagen in dieser Saison, während die Gastgeber bereits zwei Niederlagen kassierten (jeweils 0:2 in Hannover und Mainz). VfL-Trainer Dieter Hecking warnt seine Profis: „Hertha ist sehr gut gestartet, hat saisonübergreifend schon lange nicht mehr verloren. Und das 6:1 über Frankfurt am ersten Spieltag hat eine riesige Euphorie gebracht.“

Rückkehr für Peter Pekarik

Ähnlich wie beim VfL sieht Hecking auch bei Hertha die Stärken in der Offensive. „Allagui, Ramos, Ben-Hatira, Baumjohann – das sind Spieler, denen wir nicht viele Räume ermöglichen dürfen. Der Respekt vor Hertha ist da.“

Die genannten Spieler werden alle zum Einsatz kommen. Die Herausforderung für Trainer Luhukay liegt darin, die Defensive sattelfest zu bekommen. Die Außenverteidiger Marcel Ndjeng und Johannes van den Bergh fehlen weiter wegen Verletzungen. Die Ndjeng-Position übernimmt Peter Pekarik. Der hat beim VfL Wolfsburg 2008/09 die erfolgreichste Saison seiner Karriere gespielt und wurde unter dem damaligen Trainer Felix Magath Deutscher Meister. „Ich freue mich nach Wolfsburg zurück zu kehren“, sagte Pekarik. „Ich habe dort noch viele Freunde in der Stadt, sie werden fast alle im Stadion sein.“

Fabian Holland nicht im Aufgebot

Schwieriger sieht es links in der Abwehr aus. Überraschend ließ der Trainer Fabian Holland in Berlin, stattdessen rückte erstmals in dieser Saison Levan Kobiashvili (36) in den 18er-Kader. In der Startelf wird jedoch Youngster Nico Schulz (20) hinten links erwartet, der am vergangenen Wochenende gegen den HSV einer schwachen ersten eine starke zweite Hälfte folgen ließ.

Der zweite Schlüssel für eine gute Stabilität ist die Besetzung der Doppel-Sechs. Nach dem überzeugendem Einstand von Peter Niemeyer in der Vorwoche ist zu erwarten, dass der Kapitän der Vorsaison auch heute wieder erste Wahl ist an der Seite von Hajime Hosogai. Dann rutscht Fabian Lustenberger (mit Blick auf den wuseligen Olic) auf die Position des Abwehrchefs zurück.

Der Druck, das Spiel machen zu müssen, liegt nach erst drei Punkten und vor den eigenen Fans beim VfL. Doch Trainer Luhukay hat bereits angekündigt, dass die Gäste sich nicht hinten rein stellen werden, in der Hoffnung, ein Unentschieden zu ermauern. Luhukay ist selbstbewusst: „Wir fahren nach Wolfsburg, um zu gewinnen.“

Skjelbred trifft Luhukay

Parallel treiben Hertha und der HSV den angedachte Tausch von Pierre-Michel Lasogga und Per Skjelbred voran. Der Norweger reiste gestern von Hamburg nach Berlin, traf sich mit Trainer Luhukay. Skjelbred, ein Mittelfeldspieler für die rechte Seite, sagte dem Berliner Kurier: „Es war ein gutes Gespräch. Der Wechsel macht Sinn, weil ich bei Hertha spielen kann. Diese Chance würde ich beim HSV in nächster Zeit wohl nicht bekommen.“ Er soll bis Juni 2014 ausgeliehen werden.

Lasogga wird am Samstag beim HSV erwartet

HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer erwartet Lasogga heute in der Hansestadt. Für Sonntag ist der Medizincheck vorgesehen. Hertha wird seinen Stürmer (ohne Kaufoption) bis Juni 2014 verleihen. Kreuzer sagte, dass nur noch Details zu klären seien. Alle Beteiligten gehen davon aus, dass der Tausch am Wochenende vollzogen wird.