DFB-Coach Andreas Köpke hat im Fall Bastian Schweinsteiger am Montag Entwarnung gegeben. Der Assistent von Bundestrainer Joachim Löw ist überzeugt, dass der 27 Jahre alte Münchner am Donnerstag (20.45 Uhr/ARD) im EM-Halbfinale gegen Italien in Warschau zur Verfügung stehen wird. „Er hat leichte Probleme am Sprunggelenk, die er in den vergangenen beiden Tagen intensiv behandeln ließ. Wir gehen alle davon aus, dass er am Donnerstag auflaufen wird“, sagte Bundestorwarttrainer Köpke.
Der deutsche Vize-Kapitän hatte nach dem 4:2 im Viertelfinale gegen Griechenland eingeräumt, dass er infolge seines im Februar erlittenen Außenbandrisses immer noch nicht voll auf der Höhe sei. „Um ehrlich zu sein, macht mir der Knöchel Sorgen. Es geht um kleine Bewegungen, um Explosivkraft“, sagte Schweinsteiger. Er habe deshalb vor dem Griechenland-Spiel nur das Abschlusstraining absolvieren können: „Da fehlt einem was.“
Schon in der Vorbereitung hatte sich der Mittelfeldchef der DFB-Auswahl mit einer hartnäckigen Wadenverletzung herumschlagen müssen. Angesichts seiner Defizite habe er auch „keine Probleme damit“, sagte Schweinsteiger, wenn ihn Löw im Halbfinale auf die Bank setzen würde.
Neben Schweinsteiger ist auch Ilkay Gündogan leicht angeschlagen. Der Dortmunder war am Sonnabend im Training umgeknickt und hatte eine leichte Bänderzerrung im Sprunggelenk erlitten. Ansonsten sind alle Spieler einsatzbereit.
Klose: Konkurrenzkampf im Sturm „ein Geschenk “ für den Trainer
Für Miroslav Klose ist der Konkurrenzkampf bei der EM zwischen ihm und Mario Gomez im deutschen Sturm sowohl für Bundestrainer Joachim Löw als auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ein Segen. „Letztlich hat der Trainer die Wahl zwischen zwei Topstürmern. Das ist ein Geschenk für ihn und unser Team“, sagte Klose in einem Interview mit dem Fachmagazin kicker.
Der 34-Jährige, der beim 4:2 im Viertelfinale gegen Griechenland erstmals beim EM-Turnier in der Startformation der DFB-Auswahl stand und sich in diesem Spiel auch als Torschütze auszeichnen konnte, ist sich aber keinesfalls sicher, dass er auch am Donnerstag im Halbfinale gegen Italien wieder von Beginn an spielt.
„Das tägliche Training tat mir gut, ich habe mich voll reingehängt. Ich bin zu 100 Prozent fit und bereit, ich habe Lust. Alles Weitere entscheidet der Trainer“, sagte der Italien-Legionär von Lazio Rom, der gegen seine Kollegen aus der Serie A natürlich besonders gerne spielen würde.
Den Zweikampf mit seinem ehemaligen Münchner Vereinskollegen Mario Gomez, der in der Vorrunde dreimal getroffen hat, sieht er sportlich fair. Es sei normal, dass der Ehrgeiz groß sei und jeder spielen wolle. Mit der Rolle als Ersatzspieler wolle er sich aber dennoch nicht anfreuden.
„Ich bin noch kein Mann für das zweite Glied. Ich bin gesund, fühle mich fit, kann in der Schnelligkeit und im Kombinationsspiel mithalten. Dies weiterhin umzusetzen, ist mein Auftrag und Ziel für die nahe Zukunft“, sagte der WM-Torschützenkönig von 2006, der zudem sein Vertrauensverhältnis zu Joachim Löw betonte: „Der Trainer und ich haben einige Gespräche geführt, wir tauschen offen unsere Meinungen aus. Ich stelle mein Ego keinesfalls über die Mannschaft. Das habe ich nie getan und werde es auch weiterhin nicht tun.“
Franzose Lannoy pfeift deutsches Halbfinale
Der Franzose Stéphane Lannoy pfeift am Donnerstag das EM-Halbfinale der Deutschen. Das teilte die Europäische Fußball-Union Uefa am Montag mit. Der 42-Jährige leitete bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine bereits das erste Spiel der DFB-Elf gegen Portugal (1:0).
Schiedsrichter des ersten Halbfinals zwischen Spanien und Portugal am Mittwoch in Donezk ist der Türke Cüneyt Cakir. Den Unparteiischen für das Endspiel am Sonntag in Kiew gibt die Uefa am Freitag bekannt.
sid/dpa/bee



