Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft steht nach dem 4:2 (1:0) gegen Griechenland zum siebten Mal im Halbfinale einer Europameisterschaft. In der Vorschlussrunde stand der dreimalige EM-Champion Deutschland zuvor 1972, 1976, 1988, 1992, 1996 und 2008. 1980 wurde die deutsche Elf zwar in Rom zum zweiten Mal Europameister, allerdings fand kein Halbfinale statt. Nach der Gruppenphase wurden sofort die Endspielteilnehmer ermittelt.
Zum vierten Mal in Folge steht die DFB-Elf in einem Semifinale bei einem großen Turnier nach der WM 2006 in Deutschland, der EM 2008 in Österreich und der Schweiz und der WM 2010 in Südafrika.
15 Pflichtspielsiege in Serie
Die DFB-Elf hat mit dem Sieg gegen Griechenland einen „Weltrekord“ aufgestellt. Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) steht nun bei 15 Pflichtspielsiegen in Serie.
Laut einer offiziellen Statistik des Weltverbandes Fifa sind Welt- und Europameister Spanien allerdings einmal 19 Siege in Serie gelungen, darunter war der Sieg im Viertelfinale der EM 2008 gegen Italien im Elfmeterschießen. Die Serie begann am 12. September 2008 und endete mit einem 0:2 gegen die USA im Halbfinale des Confed Cups 2009 (24. Juni). Siege nach Elfmeterschießen werden in offiziellen Länderspiel-Vergleichen aber als Unentschieden gewertet.
Eine Serie mit 14 Siegen nacheinander in Pflichtspielen ohne Entscheidung im Elfmeterschießen ist außerdem Frankreich (7. September 2002 bis 13. Juni 2004) sowie den Niederlanden (10. September 2008 bis 6. Juli 2010) gelungen. Auch die Spanier gewannen in einem weiteren Zeitraum (21. Juni 2010 bis 11. Oktober 2010) 14 Pflichtspiele nacheinander.
Eine Serie mit 12 Pflichtspielsiegen in Serie ohne Entscheidung im Elfmeterschießen gelangen Brasilien (6. August 1969 bis 21. Juni 1970), Italien (1. Juni 1934 bis 2. August 1948) sowie der Elfenbeinküste (25. Juni 2010 bis 8. Februar 2012).
Die bislang letzte Pflichtspiel-Niederlage gab es für Deutschland im WM-Halbfinale 2010 gegen Spanien (0:1).
Die letzten 15 Pflichtspiele der deutschen Mannschaft
10. Juli 2010 in Port Elizabeth: (WM-Spiel um Platz 3): Deutschland - Uruguay 3:2
03. September 2010 in Brüssel (EM-Quali): Deutschland - Belgien 1:0
07. September 2010 in Köln (EM-Quali): Deutschland - Aserbaidschan: 6:1
08. Oktober 2010 in Berlin (EM-Quali): Deutschland - Türkei 3:0
12. Oktober 2010 in Astana (EM-Quali): Deutschland - Kasachstan 3:0
26. März 2011 in Kaiserslautern (EM-Quali): Deutschland - Kasachstan 4:0
03. Juni 2011 in Wien (EM-Quali): Deutschland - Österreich 2:1
07. Juni 2011 in Baku (EM-Quali): Deutschland - Aserbaidschan 3:1
02. September 2011 in Gelsenkirchen (EM-Quali): Deutschland - Österreich 6:2
07. Oktober 2011 in Istanbul (EM-Quali): Deutschland - Türkei 3:1
11. Oktober 2011 in Düsseldorf (EM-Quali): Deutschland - Belgien 3:1
09. Juni 2012 in Lwiw (EM-Gruppenspiel): Deutschland - Portugal 1:0
13. Juni 2012 in Charkow (EM-Gruppenspiel): Deutschland - Niederlande 2:1
17. Juni 2012 in Lwiw (EM-Gruppenspiel): Deutschland - Dänemark 2:1
22. Juni 2012 in Danzig (EM-Viertelfinale): Deutschland- Griechenland 4:2
Erstmals vier deutsche EM-Tore in regulärer Spielzeit
Außerdem hat die Nationalmannschaft erstmals in der regulären Spielzeit vier Tore in einer EM-Partie geschossen. Einen DFB-Viererpack hatte es zuvor nur im Halbfinale 1976 gegen Jugoslawien gegeben, damals allerdings nach Verlängerung. Drei oder mehr Tore gelangen dem dreifachen EM-Titelträger bislang acht Mal.
Die deutschen EM-Spiele mit drei oder mehr Toren
EM 1972 18. Juni: Deutschland – Sowjetunion (Finale) 3:0
EM 1976: 17. Juni: Deutschland – Jugoslawien (Halbfinale) 4:2 n.V.
EM 1980:14. Juni: Deutschland – Niederlande (Vorrunde) 3:2
EM 1992: 21. Juni: Deutschland – Schweden (Halbfinale) 3:2
EM 1996: 16. Juni: Deutschland – Russland (Vorrunde) 3:0
EM 2008: 19. Juni: Deutschland – Portugal (Viertelfinale) 3:2
25. Juni: Deutschland – Türkei (Halbfinale) 3:2
EM 2012: 22. Juni: Deutschland – Griechenland (Viertelfinale) 4:2
Knapp 27 Millionen sehen 4:2-Sieg
Das EM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Griechenland hat den Quotenrekord verpasst. 26,80 Millionen Zuschauer sahen am Freitagabend den 4:2-Sieg der DFB-Auswahl im ZDF. Das waren weniger Fußballfans als bei den Vorrundenspielen gegen Dänemark (27,67 Millionen) und gegen die Niederlande (27,28 Millionen). Der Marktanteil für das Griechenland-Match lag nach Senderangaben bei sehr hohen 77,8 Prozent. Das ist der bisherige Bestwert für das EM-Turnier in Polen und der Ukraine. Bei der Ermittlung der TV-Quoten werden die zahlreichen Fans, die die EM-Partien beim Public Viewing verfolgen, allerdings nicht berücksichtigt.
Schon 100.000 Euro für Lahm & Co.
Mit dem Einzug ins Halbfinale haben die deutschen Nationalspieler ihre EM-Prämien auf 100.000 Euro pro Mann verdoppelt. Für den ersten Titelgewinn seit dem EM-Triumph 1996 in England würde der Deutsche Fußball-Bund (DFB) an Kapitän Philipp Lahm und seine 22 Teamkollegen sogar die Rekordsumme von jeweils 300.000 Euro zahlen.
Eine erneute Finalniederlage wie bei der Europameisterschaft vor vier Jahren in Österreich und der Schweiz würde jedem deutschen EM-Fahrer wiederum 150.000 Euro einbringen. Bei der letzten Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika hätte der DFB den Titelgewinn mit 250.000 Euro belohnt. Für Platz drei gab es schließlich 100 000 Euro.
Der DFB kann sich die bislang 2,3 Millionen Euro für die 23 Spieler locker leisten. Der Verband erhält aus dem Prämientopf der Europäischen Fußball-Union (UEFA) jetzt schon 16 Millionen Euro. Als Titelgewinner würde der DFB auf ein Gesamtpreisgeld von 23,5 Millionen Euro kommen.
Acht Millionen Euro gab es als Startgeld für jede der 16 teilnehmenden Nationen. Dazu kommt beim DFB jeweils eine Million Euro für die Gruppensiege gegen Portugal (1:0), die Niederlande (2:1) und Dänemark (2:1). Zwei Millionen Euro gab es für das Viertelfinale, drei Millionen Euro war der 4:2-Sieg gegen Griechenland wert. Den Endspielerfolg honoriert die UEFA mit 7,5 Millionen Euro, der unterlegene Finalist erhält als Trostpflaster 4,5 Millionen Euro.
BMO



