Euro 2012

Cassano und Balotelli schießen Italien ins EM-Viertelfinale

Italiens EM-Team hat sich gegen alle Befürchtungen und Giovanni Trapattonis Iren mit einem 2:0 ins Viertelfinale gekämpft.

Foto: AFP

Die italienischen Spieler rissen die Arme hoch, Trainer Cesare Prandelli atmete erleichtert auf und die Fans der bereits ausgeschiedenen Iren feierten spontan mit: Dank eines mageren 2:0 (1:0)-Sieges gegen Irland im letzten Spiel der EM-Gruppe C am Montagabend in Posen hat sich der viermalige Weltmeister Italien doch noch für das Viertelfinale qualifiziert. Milan-Stürmer Antonio Cassano (35) und Mario Balotelli mit einem Last-Minute-Tor (90.) erzielten die so wichtigen Treffer für die „Squadra Azzurra“.

Mit einem Sieg und zwei Unentschieden beendeten die Italiener die Gruppe C als Zweiter hinter Titelverteidiger Spanien, der im Parallelspiel die Kroaten mit 1:0 bezwang. Damit treffen die Azzurri in der Runde der letzten Acht am Sonntag in Kiew auf den Sieger der Gruppe D. Giovanni Trapattonis Iren schieden ohne Punkt aus.

Ire Duff in seinem 100. Länderspiel Kapitän

Prandelli begann mit einer verstärkten Abwehr und setzte auf eine Viererkette, zudem beorderte er vier Neue in die Startelf. Für Christian Maggio, Leonardo Bonucci, Emanuele Giaccherini und Mario Balotelli rückten Ignazio Abate, Andrea Barzagli, Federico Balzaretti und Antonio di Natale in die Startformation. Irlands Nationaltrainer Giovanni Trapattoni zeigte sich beim letzten EM-Auftritt der Iren spendabel. In seinem 100. Länderspiel übernahm Mittelfeldspieler Damien Duff die Kapitänsbinde von Robbie Keane.

Auf dem Platz wollten die Iren trotz der Konstellation keine Geschenke verteilen. Italien musste gewinnen, die Iren wollten sich anständig verabschieden. Während die eigenen Fans unter den insgesamt 38.794 Zuschauern nahezu pausenlos feierten, begann das Trapattoni-Team wie gehabt: mit viel Herz, spielerisch allerdings limitiert. Den Italienern war die Nervosität deutlich anzumerken. Einer kurzen Eingewöhnungsphase folgte zwar eine optische Überlegenheit, doch der viermalige Weltmeister fand nicht wirklich in das Spiel. Die Pässe von Andrea Pirlo waren zu ungenau, die Stürmer di Natale und Cassano hingen in der Luft.

Cassano erlöst Italien

Prandelli war schon nach 20 Minuten bedient. Wild gestikulierend tigerte er an der Seitenlinie entlang, schüttelte den Kopf und rief immer wieder Anweisungen aufs Spielfeld. Es half nichts, die „Squadra Azzurra“ spielte ideenlos, ohne Esprit und schaltete viel zu langsam von Abwehr auf Angriff um. Bezeichnenderweise fiel die Führung dann auch nach einer Standardsituation. Cassano traf nach einem Eckball von Andrea Pirlo mit dem Kopf, die Rettungsaktion von Duff knapp hinter der Torlinie kam zu spät (35.). Vor dem Eckball hatte Torhüter Shay Given einen eher harmlosen Schuss von Cassano nicht festhalten können, der zu der Ecke führte.

Das Spiel der Italiener wurde durch die Führung aber nur bedingt besser. Das Prandelli-Team drängte zu Beginn der zweiten Halbzeit zumindest auf die schnelle Entscheidung, während die Iren sich in jeden Schuss warfen und tapfer das 0:1 verteidigten. Bei einem Cassano-Schuss war Given auf dem Posten (49.). Nach einer Stunde gaben die Iren auch in der Offensive ein Lebenszeichen von sich, doch Gianluigi Buffon hatte bei dem Schuss von Keith Andrews keine Probleme (60.).

Doch das Vabanquespiel der Italiener ging weiter und immer wieder wanderten ihre bangen Blicke hinauf zur Anzeigetafel. In der 79. Minute musste Buffon bei einem strammen 23-Meter-Freistoß von Andrews erneut blitzschnell abtauchen. In der 89. Minute sah Andrews die Gelb-Rote Karte. Kurz darauf gelang Balotelli das erlösende 2:0 für Italien.