EM 2012

Löw mit Startelf aus dem Auftaktspiel gegen die Niederlande

Deutschland will den zweiten Sieg – gegen Lieblingsgegner Niederlande. Es wird ein heißes Duell, schon wegen des hochsommerlichen Wetters.

Foto: DPA

Das 39. Duell zwischen Deutschland und den Niederlanden wird nicht nur wegen der großen Rivalität beider Fußball-Nationen ein ganzes heißes Spiel. Den Holländern droht heute schon im zweiten Spiel der Europameisterschaft der Vorrunden-K.o. – und im Spielort in der Ukraine wird den Spielern bei erwarteten Temperaturen von bis zu 30 Grad noch am Abend auch körperlich alles abverlangt werden. „Vielleicht kann man von einer Hitzeschlacht sprechen“, sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Er vertraut der Startelf aus dem Auftaktmatch. Somit wird gegen die Niederlande als Sturmspitze wieder Mario Gomez erste Wahl sein, der beim 1:0 gegen Portugal am vergangenen Samstag in Lwiw das Siegtor erzielt hatte. Der Stürmer von Bayern München erhielt erneut den Vorzug vor Miroslav Klose von Lazio Rom.

Die Viererabwehrkette, die gegen Portugal einen starken Eindruck hinterlassen hatte, bilden wieder Jerome Boateng (München), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Holger Badstuber und Kapitän Philipp Lahm (beide München).

Die Partie dürfte extrem kräftezehrend für die Akteure beider Mannschaften werden. In Charkow war es tagsüber bis zu 37 Grad heiß. Auch zur Anstoßzeit um 21.45 Uhr Ortszeit (20.45 Uhr MESZ) werden noch um die 30 Grad erwartet. „Man kann von einer Hitzeschlacht sprechen“, hatte Löw am Dienstag gesagt, als die deutsche Mannschaft ihr Abschlusstraining im EM-Stadion von Charkow bestritten hatte.

Klimaschock bei 35 Grad

Bereits bei der Ankunft am Dienstag hatte die deutsche Delegation bei Temperaturen von 35 Grad einen ersten Klimaschock erlitten. Löw betonte jedoch, dass für beide Mannschaften die Bedingungen gleich wären. Mannschaftsarzt Tim Meyer will im Tagesverlauf besonders darauf achten, dass die „erste Regel“ von allen Spieler befolgt wird: Man müsse „den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht halten, also viel trinken“, sagte der Internist.

Die Spieler müssten den ganzen Tag sowie vor und während des Spiels möglichst viel trinken. In der Halbzeitpause soll zudem gekühlt werden. Die modernen Trikots würden zudem eine gute Schweißabgabe ermöglichen, was auch sehr helfe.

Löw pokert wieder bis zuletzt mit seiner Aufstellung. Er wiederholte bei der abschließenden Pressekonferenz in Charkow noch einmal, dass der Leitspruch „never change a winning team“ für ihn „keinen Automatismus“ darstelle. Trotzdem wird damit gerechnet, dass er die Siegerelf des ersten Spiels gegen Portugal aufbieten wird.

Der Bundestrainer warnte vor der „Weltklasse-Offensive“ der Holländer, „die uns alles abverlangen wird“. Das deutsche Team kann mit einem weiteren Sieg womöglich schon das Viertelfinale buchen. „Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen können“, sagte Bastian Schweinsteiger: „Wir wollen den zweiten Schritt tun.“

Für Klinsmann ist Deutschland reif für den EM-Titel

Auch der frühere Bundestrainers Jürgen Klinsmann Seiner Meinung nach ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft reif für den EM-Titel. „Das Potenzial, die spielerische Klasse“ spreche für das Team von Löw.

Auch Welt- und Europameister Spanien könne nun überflügelt werden. „Die Grundvoraussetzungen sind da, um Spanien abzulösen“, sagte Klinsmann der Sport Bild. „Das Wichtigste ist nun, diesen Hunger auf Erfolg zu entwickeln, hartnäckig zu sein. Man braucht ein Stück Leidenfähigkeit.“

Auch Bundestrainer Löw wolle den Erfolg „um jeden Preis“. Dessen Arbeit solle nun zwar „nicht nur an Titeln gemessen werden. Aber es sind in den vergangenen zwei, drei Jahren viele großartige Talente nachgekommen, es ist qualitativ eine hochklassige Generation. Das weiß auch Jogi“, sagte Klinsmann.

Für den 47-Jährigen ist Löw auch in Zukunft der richtige Mann. „Er sollte auf jeden Fall diesen Weg weiter gehen, mit diesem Elan. Er hat den Draht zu dieser jungen Spielergeneration. Die Aufgabe macht ihm großen Spaß.“