Auslosung

Bayern blicken nach Kiew – mit dem Triple als Ziel

Einen Wunschgegner haben die Bayern vor der Halbfinal-Auslosung in der Champions League nicht. Hoeneß will „ins Finale kommen“.

Die Bayern feiern den Einzug ins Halbfinale der Champions League

Die Bayern feiern den Einzug ins Halbfinale der Champions League

Foto: FrankHoermann/SVEN SIMON / picture alliance / SvenSimon

München.  Das Weiterkommen heilt alle Wunden. Hier eine Prellung, dort eine Schramme – vergeht alles. Die Bayern-Profis haben das Champions-League-Halbfinale erreicht. Die Seele jubiliert, das Herz tanzt. Was ist da schon eine starke Oberschenkelprellung (James), eine Knieprellung (Martínez), eine Prellung der linken Schulter (Rafinha) und eine Prellung des Jochbeins inklusive Bluterguss (Lewandowski)?

Erst kommenden Dienstag steht das nächste K.o.-Spiel an, das Pokal-Halbfinale bei Bayer Leverkusen (20.45 Uhr, ARD). Am Wochenende ist nur Bundesliga. Da kann sich der Meister erholen. Vorher, am Freitag, wird das Mittagessen in der Bayern-Kantine an der Säbener Straße sicher hektisch heruntergeschlungen, denn um 13 Uhr (Sky) steigt in Nyon die Auslosung für das Halbfinale der Königsklasse. Titelverteidiger Real Madrid, der FC Liverpool oder AS Rom? Die Bayern haben erhöhte Temperatur. Diagnose: Akutes Loskugel-Fieber.

Der Spanien-Fluch ist mit dem 0:0 im Rückspiel gegen den FC Sevilla besiegt, erstmals seit 2013 konnte man gegen ein Team aus der Primera División bestehen, auch wenn die Andalusier nicht die Klasse von Real, Barcelona oder Atlético Madrid hatten. Als nächstes zum Abhaken steht auf der Münchner To-do-Liste dieser Champions-League-Saison: die schwarze Halbfinalserie beenden. Seit dem Triple vor fünf Jahren war man dreimal, von 2014 bis 2016 im Halbfinale gescheitert – unter Pep Guardiola. Jetzt ist ja Jupp da. Es riecht wieder nach Triple an der Säbener Straße.

Verträge von Ribéry und Robben vor der Verlängerung

„Klar, wir sind gierig“, sagt Kapitän Thomas Müller, „man merkt von Spiel zu Spiel und von Runde zu Runde, dass man näher kommt. Und wir wollen natürlich durchziehen.“ Bis zum 26. Mai, bis ins Finale nach Kiew. Bangemachen und sich kleiner machen gilt nicht. Während Cristiano Ronaldo nach seinem Rettungselfer gegen Juventus Turin im Jubelrausch seine persönliche Muckibude präsentierte und man fürchten musste, dass er aus der eigenen Haut fährt, beließen es die Bayern bei verbalen Muskelspielen. „Wir sind im Halbfinale. Da gibt es kein anderes Ziel mehr, als ins Finale einzuziehen und das Ding zu holen. Das haben wir uns jetzt ganz groß auf die Fahne geschrieben“, so Mats Hummels.

Ende April, Anfang Mai geht’s um alles, um Kiew. „Im Halbfinale müssen wir uns noch ein bisschen steigern“, forderte Arjen Robben, betonte aber auch: „Wenn wir einen guten Tag haben, können wir jeden schlagen.“ Egal wen.

Die Sehnsucht des Vereins drückte Hoeneß aus: „Mein Wunschgegner? Ich möchte nur ins Endspiel kommen.“ Vorher dürfen sich die Fans freuen: Die Verträge von Franck Ribéry (35) und Robben (35) sollen nun doch zeitnah um ein weiteres Jahr verlängert werden. Alles rosarot in München. Fehlt nur noch ein Trainer für die kommende Saison.