Für Jürgen Klopp läuft es rund beim FC Liverpool. Und das soll gegen Borussia Dortmund heute (21 Uhr, Sport1) im Viertelfinal-Rückspiel der Europa League so bleiben. Die Reds strotzen vor Selbstvertrauen.

Ein halbes Jahr nach Amtsantritt in der Premier League hat Klopp aus der Mittelmaß-Truppe eine offensivstarke Mannschaft geformt. Nach dem 1:1 in Dortmund soll seine alte Liebe an der Anfield Road den Angriffswirbel zu spüren bekommen.

Jürgen Klopps intensivste Momente

2004 sein erster großer Erfolg: der Aufstieg mit dem FSV Mainz 05 in die Bundesliga.
2004 sein erster großer Erfolg: der Aufstieg mit dem FSV Mainz 05 in die Bundesliga.© picture-alliance / dpa/dpaweb | Arne Dedert
2011 holt Jürgen Klopp mit dem BVB die Meisterschaft: Auf dem Bild ist er mit Meisterschale und Ehefrau Ulla sowie Sohn Marc (ganz rechts) und dem Sohn von Frau Ulla mit Freundin (links) zu sehen.
2011 holt Jürgen Klopp mit dem BVB die Meisterschaft: Auf dem Bild ist er mit Meisterschale und Ehefrau Ulla sowie Sohn Marc (ganz rechts) und dem Sohn von Frau Ulla mit Freundin (links) zu sehen.© picture alliance / Sven Simon | Poolfoto/SVEN SIMON
2012 stemmt Jürgen Klopp zum zweiten Mal die Meisterschale für den BVB nach oben.
2012 stemmt Jürgen Klopp zum zweiten Mal die Meisterschale für den BVB nach oben.© BM | PA
2013 tröstet er Mats Hummels nach dem verlorenen Champions-League-Finale gegen Bayern München.
2013 tröstet er Mats Hummels nach dem verlorenen Champions-League-Finale gegen Bayern München.© BM | PA
Größte Emotion bei seiner Verabschiedung aus Dortmund am 23. Mai 2015 im Signal Iduna Park.
Größte Emotion bei seiner Verabschiedung aus Dortmund am 23. Mai 2015 im Signal Iduna Park.© dpa | Bernd Thissen
Die Dortmunder Fans bedanken sich bei Trainer Jürgen Klopp bei seinem Abschied.
Die Dortmunder Fans bedanken sich bei Trainer Jürgen Klopp bei seinem Abschied.© dpa | Federico Gambarini
Von dort wechselt er nach Liverpool, wo er ebenso seinen Emotionen freien Lauf lässt.
Von dort wechselt er nach Liverpool, wo er ebenso seinen Emotionen freien Lauf lässt.© dpa | Peter Powell
Jetzt trifft er auf Thomas Tuchel, seinen Nachfolger in Dortmund.
Jetzt trifft er auf Thomas Tuchel, seinen Nachfolger in Dortmund.© dpa | Fredrik von Erichsen

Obwohl die Europa League für seinen neuen Klub die letzte Gelegenheit ist, noch in die Champions League einzuziehen, gibt sich der Trainer gelassen: „Wir haben keinen Druck, sondern sehen es als große Chance, in das Halbfinale einzuziehen. Das ist für uns aber kein absolutes Muss.“ Er kündigte einen engagierten Auftritt an.

Neue Alternativen im Sturm

„Mutig zu sein, gehört zu den wichtigsten Dingen im Fußball.“ In der heimischen Liga sind die Reds mit 28 Treffern das torhungrigste Team in diesem Jahr. Am Sonntag war Stoke City mit 4:1 noch gut bedient, obwohl Klopp kräftig rotierte.

„Als ich vor sechs Monaten kam, wurde ich zu Spielern befragt, die nicht einsatzfähig waren“, erklärte er. „Wir hatten nicht genug Profis, und ich musste darüber nachdenken, wie ich die Anfangsformation, das System oder so gut wie alles ändern musste.“

Mittlerweile ist die Situation besser. Vor allem im Sturm hat der 48-Jährige Alternativen. Daniel Sturridge und Hinspiel-Torschütze Divock Origi sind fast in jedem Spiel erfolgreich. Niemand an der Merseyside spricht mehr vom 40-Millionen-Flop Christian Benteke.

„Die Fans sind ein größerer Vorteil als das Auswärtstor in Dortmund“

Auch anderswo kann der Liverpool-Trainer rotieren. „Ich muss harte Entscheidungen treffen“, sagte Klopp. „aber das ist für einen Trainer das Beste. Wir benötigen diese Möglichkeiten, weil wir bei der Vielzahl der Matches nicht immer mit der gleichen Startelf spielen können.“

Origi gilt als Trainers Liebling. Der Nationalstürmer, unter Vorgänger Brendan Rodgers nur Joker, machte einen großen Sprung. „Er war so oft verletzt. Die Zeit hat er zuletzt genutzt, um kräftiger zu werden. Jetzt benötigt er ein neues Trikot“, scherzte Klopp.

Emotional auch an der Anfield Road: Jürgen Klopp
Emotional auch an der Anfield Road: Jürgen Klopp © dpa | Peter Powell

Ein Sonderlob gab es für Sturridge. „Ich war sehr zufrieden mit ihm“, sagte Klopp. Nach den warmen Worten richtete der Nationalstürmer eine kleine Kampfansage an BVB-Kapitän und Abwehrchef Mats Hummels: „Ich blicke nicht auf ihn, als wäre er größer oder besser als ich. Ich bin auf Augenhöhe.“

Klopp und sein Team setzen auf den Faktor Anfield. Dort hat noch nie eine deutsche Mannschaft gewonnnen. „Die Fans sind ein größerer Vorteil, wenn wir gut spielen, als das Auswärtstor in Dortmund“, sagt Klopp. Englands Nationalspieler James Milner erklärt: „Europäische Nächte in Anfield sind besser als sonstwo auf dem Planeten.“

dpa/sid