Für Jürgen Klopp läuft es rund beim FC Liverpool. Und das soll gegen Borussia Dortmund heute (21 Uhr, Sport1) im Viertelfinal-Rückspiel der Europa League so bleiben. Die Reds strotzen vor Selbstvertrauen.
Ein halbes Jahr nach Amtsantritt in der Premier League hat Klopp aus der Mittelmaß-Truppe eine offensivstarke Mannschaft geformt. Nach dem 1:1 in Dortmund soll seine alte Liebe an der Anfield Road den Angriffswirbel zu spüren bekommen.
Jürgen Klopps intensivste Momente
Obwohl die Europa League für seinen neuen Klub die letzte Gelegenheit ist, noch in die Champions League einzuziehen, gibt sich der Trainer gelassen: „Wir haben keinen Druck, sondern sehen es als große Chance, in das Halbfinale einzuziehen. Das ist für uns aber kein absolutes Muss.“ Er kündigte einen engagierten Auftritt an.
Neue Alternativen im Sturm
„Mutig zu sein, gehört zu den wichtigsten Dingen im Fußball.“ In der heimischen Liga sind die Reds mit 28 Treffern das torhungrigste Team in diesem Jahr. Am Sonntag war Stoke City mit 4:1 noch gut bedient, obwohl Klopp kräftig rotierte.
„Als ich vor sechs Monaten kam, wurde ich zu Spielern befragt, die nicht einsatzfähig waren“, erklärte er. „Wir hatten nicht genug Profis, und ich musste darüber nachdenken, wie ich die Anfangsformation, das System oder so gut wie alles ändern musste.“
Mittlerweile ist die Situation besser. Vor allem im Sturm hat der 48-Jährige Alternativen. Daniel Sturridge und Hinspiel-Torschütze Divock Origi sind fast in jedem Spiel erfolgreich. Niemand an der Merseyside spricht mehr vom 40-Millionen-Flop Christian Benteke.
„Die Fans sind ein größerer Vorteil als das Auswärtstor in Dortmund“
Auch anderswo kann der Liverpool-Trainer rotieren. „Ich muss harte Entscheidungen treffen“, sagte Klopp. „aber das ist für einen Trainer das Beste. Wir benötigen diese Möglichkeiten, weil wir bei der Vielzahl der Matches nicht immer mit der gleichen Startelf spielen können.“
Origi gilt als Trainers Liebling. Der Nationalstürmer, unter Vorgänger Brendan Rodgers nur Joker, machte einen großen Sprung. „Er war so oft verletzt. Die Zeit hat er zuletzt genutzt, um kräftiger zu werden. Jetzt benötigt er ein neues Trikot“, scherzte Klopp.

Ein Sonderlob gab es für Sturridge. „Ich war sehr zufrieden mit ihm“, sagte Klopp. Nach den warmen Worten richtete der Nationalstürmer eine kleine Kampfansage an BVB-Kapitän und Abwehrchef Mats Hummels: „Ich blicke nicht auf ihn, als wäre er größer oder besser als ich. Ich bin auf Augenhöhe.“
Klopp und sein Team setzen auf den Faktor Anfield. Dort hat noch nie eine deutsche Mannschaft gewonnnen. „Die Fans sind ein größerer Vorteil, wenn wir gut spielen, als das Auswärtstor in Dortmund“, sagt Klopp. Englands Nationalspieler James Milner erklärt: „Europäische Nächte in Anfield sind besser als sonstwo auf dem Planeten.“
dpa/sid












