Leverkusen –

Werder wird zum Favoritenschreck und träumt vom Pokalfinale

Leverkusen. Werder Bremen hat den Viertelfinal-Fluch von Bayer Leverkusen im DFB-Pokal fortgesetzt und darf in einer sonst so frustrierenden Saison plötzlich nach einem Titel schielen. Die Hanseaten gewannen mit 3:1 (2:1) bei den Rheinländern, deren Traum vom ersten Titel seit 22 Jahren wie in den vergangenen beiden Jahren in einem Viertelfinal-Heimspiel endete. Die in der Bundesliga abstiegsbedrohten Bremer sind nur noch einen Schritt von ihrer elften Endspiel-Teilnahme entfernt. Ihren letzten von sieben Titeln gewannen sie 2009 im Finale gegen Leverkusen durch ein Tor von Mesut Özil.

„Die Mannschaft hat nach dem Gegentor reagiert wie eine Einheit. Jetzt gehen wir weiter im Pokal“, sagte Werder-Stürmer Claudio Pizarro. Bayer-Manager Rudi Völler haderte zwar mit Schiedsrichter Wolfgang Stark, „die eine oder andere Entscheidung war nicht unbedingt zu unseren Gunsten, aber daran lag es nicht. Wir waren nach dem 1:0 zu überheblich“. Javier „Chicharito“ Hernández hatte Leverkusen per Foulelfmeter in Führung gebracht (22.). Santiago Garcia (31.) und Pizarro (42., Foulelfmeter) drehten aber das Spiel. Bayer musste zudem nach der Roten Karte gegen Wendell wegen einer Notbremse vor dem Strafstoß die komplette zweite Halbzeit in Unterzahl bestreiten. Florian Grillitsch (82.) sorgte aus Abseitsposition für die Entscheidung. „Der Schiedsrichter und der Assistent waren sich nicht sicher“, berichtete Bayer-Torwart Bernd Leno, „leider haben sie falsch entschieden.“

„Werder hat sich den Sieg und das Halbfinale verdient“, sagte Bayer-Coach Roger Schmidt fair, „wir sind enttäuscht. Man hat gesehen, dass man sich in diesem Wettbewerb kein schlechtes Spiel erlauben darf. Was wir uns vorwerfen müssen, ist, dass wir in der ersten Halbzeit viel zu fahrlässig mit dem Spiel umgegangen sind, deshalb haben wir verloren.“ Werder-Coach Viktor Skripnik war fröhlich. „Wir haben einen attraktiven Gegner auswärts geschlagen und sind weiter. Das ist Wahnsinn“, jubelte er, „wir sagen immer: Wir können Fußball spielen, wenn alles passt. Heute hat alles gepasst. Jetzt hoffe ich, dass es so weitergeht – auch in der Meisterschaft.“