Tod mit 39

Bochumer Idol Henryk Baluszynski erliegt Herzinfarkt

Gleich bei seinem ersten Einsatz für den VfL Bochum eroberte Henryk Baluszynski die Herzen der Fans. Jetzt ist das Vereinsidol überraschend gestorben.

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Sein erster Auftritt war gleich ein ganz großer. Am 4. Dezember 1994 war Henryk Baluszynski mit dem VfL Bochum beim FC Schalke zu Gast. Die Luft flimmerte, wie es immer bei den Derbys zwischen den beiden Ruhrgebiets-Mannschaften. Ein besseres Premierenspiel kann sich ein junger Fußball-Profi kaum wünschen, um in der Bundesliga anzukommen.

Der VfL, der wieder einmal in akuter Abstiegsnot schwebte, hatte den damals 22-Jährigen von dessen polnischem Heimatverein Gornik Zabrze geholt. Acht Tore in 15 Spielen lautete die magere Bilanz der von Klaus Toppmöller trainierten Bochumer. Also musste ein neuer Stürmer her. Einer wie Baluszynski.

Zwei Tore beim Debüt

Baluszynski gehörte zu den Spielertypen, die jeder Mannschaft weiterhelfen. Ständig unterwegs, körperlich stark, keinen Zweikampf scheuend. An jenem Dezembertag vor gut 18 Jahren ackerte Baluszynski, wie er es in den folgenden 109 Spielen für den VfL Bochum immer tun sollte. Trotzdem stand es nach einer guten halben Stunde 2:0 für Schalke. Dann kam seine große Stunde.

Kurz vor der Halbzeit und kurz danach traf er ins Tor der Königsblauen. Die eine Kurve im Gelsenkirchener Parkstadion wurde immer leiser, die der Auswärtsfans immer lauter. Die Gäste witterten ihre Chance – dank des neuen Stürmers aus Polen.

Obwohl der VfL die Partie durch einen Gegentreffer drei Minuten vor dem Schlusspfiff noch verlor und am Saisonende auch abstieg, hatte Baluszynski die Herzen der Bochumer gewonnen. Schon bald nannten ihn alle an der Castroper Straße nur noch „Balu“, angelehnt an den liebenswürdigen Bären aus dem Dschungelbuch.

1997 erzielte er zudem das erste Europapokal-Tor in der Geschichte des Ruhrgebietsvereins gegen Trabzonspor. Dadurch wurde er nur noch populärer.

Vier Jahre nach seinem glanzvollen Debüt zog Baluszynski, der inzwischen den Sprung in die polnische Nationalmannschaft geschafft hatte und insgesamt 15 Länderspiele absolvierte, weiter nach Bielefeld, Ahlen und Babelsberg.

"Der VfL trauert"

Doch nirgends wurde er mehr so glücklich wie in Bochum, weil ihm Verletzungen das Leben als Fußballer zunehmend erschwerten. Vor dreieinhalb Jahren beendete er seine Karriere in der Heimat, seinen letzten Auftritt hatte er bei einem Hallenturner alter Fußballrecken im Januar in Polen.

Am Freitag ist Henryk Baluszynski völlig überraschend an einem Herzinfarkt gestorben. In Zabrze, wo er einst seine Reise nach Bochum begonnen hatte. „Der VfL trauert um einen großartigen Menschen und Spieler und spricht den Angehörigen von Henryk Baluszynski sein tief empfundenes Mitgefühl aus“, hieß es in einer Mitteilung aus Bochum. Baluszynski hinterlässt Frau und zwei kleine Kinder.