2. Fussball-Bundesliga

Wolfgang Wolf wird Trainer von Hansa Rostock

Hansa Rostock hat schnell einen Nachfolger für den entlassenen Peter Vollmann gefunden: Wolfgang Wolf soll jetzt den Abstieg verhindern.

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Trainerfuchs Wolfgang Wolf soll Hansa Rostock vor dem erneuten Absturz in die Drittklassigkeit bewahren. Der stark abstiegsgefährdete Fußball-Zweitligist präsentierte den 54 Jahre alten Fußball-Lehrer am Mittwoch als Nachfolger des tags zuvor entlassenen Peter Vollmann . Wolf erhält zunächst einen Vertrag bis Saisonende. Dieser verlängert sich bei Klassenerhalt automatisch um ein Jahr.

„Wolfgang Wolf war unser Wunschtrainer und erster Ansprechpartner. Er hat uns mit seiner Art und seinen Vorstellungen überzeugt. Er passt zu Hansa und unserer Philosophie“, sagte Rostocks Manager Stefan Beinlich.

Für Wolf sind die Norddeutschen kein unbeschriebenes Blatt. „Ich kenne die Mannschaft aus der vergangenen Saison und habe auch danach ihren Werdegang aufmerksam verfolgt. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit harter Arbeit unser gemeinsames Ziel Klassenerhalt erreichen können“, bemerkte der Coach, der am Montagabend erstmals Kontakt mit den Hansa-Verantwortlichen hatte. „Es waren sehr gute Gespräche, wir waren sofort auf einer Wellenlänge“, bemerkte Wolf. Am Mittwochnachmittag leitete er das erste Training in Vorbereitung auf das Auswärtsspiel am Freitag in Paderborn.

Wolf verfügt über große Erfahrungen im Trainergeschäft. In der Bundesliga trainierte der einstige Profi den VfL Wolfsburg, den 1. FC Nürnberg und den 1. FC Kaiserslautern. Zuletzt war der gebürtige Pfälzer bis zum Februar dieses Jahres beim Drittligisten Kickers Offenbach tätig. Hansa hatte Vollmann am Dienstag wegen der anhaltenden sportlichen Talfahrt mit sofortiger Wirkung beurlaubt.

Wolf tritt beim einstigen Bundesligisten ein überaus schweres Erbe an. Der mecklenburgische Traditionsverein liegt bei Ligahalbzeit auf Abstiegsrang 17 und hat mit elf Punkten so wenige Zähler auf seinem Konto wie noch nie in seiner Ligageschichte. Die Offensive verdient ihren Namen nicht: Magere elf Tore stehen auf dem Konto, kein Rivale traf schlechter. Die zu Anfang noch stabile Defensive bröckelte zuletzt immer mehr. In den drei letzten Partien unter Wolfs Vorgänger schlug es elfmal hinter Hansas Torhüter Kevin Müller ein.

Die sportlich und finanziell arg gebeutelten Mecklenburger haben mit der Verpflichtung von Wolfgang Wolf wenigsten eine ihrer zahlreichen Baustellen schnell geschlossen. Hansa droht nach den Ausschreitungen im Nordderby gegen den FC St. Pauli ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit, was weitere Verluste in sechsstelliger Höhe zur Folge hätte.

Der Hauptsponsor will zum Saisonende aussteigen und hat angekündigt, dies auch früher zu tun, falls die Krawalle im Umfeld des Vereins anhalten. Unter den Umständen ist es fraglich, ob Hansa wie geplant in der Winterpause noch die so dringend benötigte offensive Verstärkung an die Küste lotsen kann. „Wir haben auch über Stürmer gesprochen. Ob das der Verein realisieren kann, wird man sehen“, sagte Wolf.