Giovane Elber

"Deutschland zu schlagen, ist verdammt schwierig"

Im Interview mit Morgenpost Online spricht Giovane Elber über Deutschlands Supertalent Mario Götze, WM-Favoriten 2014 und die Probleme der Brasilianer.

Foto: picture alliance / Pressefoto UL / picture alliance / Pressefoto UL/picture alliance

Morgenpost Online: Herr Elber, geht der deutsche Sieg gegen Brasilien aus Ihrer Sicht in Ordnung?

Giovane Elber: Ja, absolut, ein hochverdienter Sieg. Deutschland war von der ersten bis zur letzten Minute die bessere Mannschaft, hat kaum eine brasilianische Torchance zugelassen. Das hat mich sehr beeindruckt.

Morgenpost Online: Hat es Sie auch erstaunt. Immerhin war Brasilien lange Zeit das Maß aller Dinge im Weltfußball.

Elber: Nein, überrascht hat mich das nicht. Ich bin ja bestens im Bilde, was die beiden Länder angeht. Ich lebe wieder in Brasilien, habe aber durch meine Zeit in Deutschland beste Kontakte. Die deutsche Mannschaft hat eine sensationelle Entwicklung genommen. Bundestrainer Löw hat es wirklich gut verstanden, junge Spieler in das Team einzubauen. Spieler, die über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen.

Morgenpost Online: Wer ist Ihnen besonders aufgefallen?

Elber: Was Mario Götze gegen Brasilien und zuvor in der Bundesliga gegen den Hamburger SV gezeigt hat, war schon allererste Sahne. Einen wie ihn gibt es nicht oft. Eigentlich haben solche Spieler früher bei Brasilien gespielt. (lacht)

Morgenpost Online: Ein Symbol für den Wachwechsel im Weltfußball?

Elber: Zumindest ist die deutsche Mannschaft derzeit besser, neben Spanien die beste Mannschaft der Welt. Wer 2014 Weltmeister werden will, muss Deutschland schlagen. Und das wird verdammt schwierig. Brasilien ist mitten in einem Umbruch. Nationaltrainer Mano Menezes baut derzeit viele junge Spieler wie Neymar, Ganso oder Lucas Silva ein. So ein Prozess braucht Zeit.

Morgenpost Online: Hat Menezes diese Zeit? 2014 findet die WM im eigenen Land statt.

Elber: Natürlich ist der Druck groß, durch die Heim-WM mehr als sonst schon. Eine ruhige Aufbauarbeit ist das schwer, die Konstellation ist sehr gefährlich.