Brasilien

Lula bietet zur Steinigung verurteilter Iranerin Asyl

Sakineh Mohammadi-Aschtiani droht im Iran die Steinigung wegen Ehebruchs. Jetzt schaltet sich Brasiliens Staatschef in den Fall ein.

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Brasiliens Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva will einer Iranerin Asyl gewähren, die in ihrer Heimat wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt wurde. Er rufe Irans Staatschef Mahmud Ahmadinedschad als seinen „Freund“ sowie das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, und die iranische Regierung auf, Brasilien die Frau aufnehmen zu lassen, sagte Lula der Nachrichtenagentur Estadao zufolge in der südbrasilianischen Stadt Curitiba. Er müsse die Gesetze anderer Länder respektieren, aber Brasilien sei zur Aufnahme der Verurteilten bereit.

Der Fall der 43-jährigen Sakineh Mohammadi-Aschtiani hatte international Aufsehen erregt. Die zweifache Mutter war nach Angaben ihres Anwalts und der Menschenrechtsorganisation Amnesty International im Mai 2006 zu 99 Peitschenhieben wegen Ehebruchs verurteilt worden. Sie nach dem Tod ihres Ehemannes eine „unrechtmäßige Beziehung“ zu zwei Männern gehabt haben.

In einem weiteren Prozess wurde Mohammadi-Aschtiani dann zum Tode verurteilt. Das Steinigungsurteil stieß international auf heftige Kritik. Der Chef der iranischen Justizbehörden, Sadek Laridschani, setzte die Steinigung daraufhin Mitte Juli vorerst aus.

Mohammadi-Aschtiani bat kürzlich in einem Brief darum, noch einmal ihre Kinder sehen zu dürfen. „Ich habe Angst zu sterben. Helft mir, am Leben zu bleiben und meine Kinder zu umarmen“, heißt es in dem von Menschenrechtsaktivisten am Samstag in London veröffentlichten Schreiben.

Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden im Iran seit Jahresbeginn mindestens 97 Menschen hingerichtet. Im Vorjahr wurden im Iran mindestens 270 Todesurteile vollstreckt.