Korruptions-Skandal

Fifa schließt Bin Hammam und Warner vorläufig aus

Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbands hat getagt und die Exekutivkomitee-Mitglieder vorerst suspendiert. Fifa-Chef Blatter blieb ohne Sanktion.

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Der Fußball-Weltverband Fifa hat die beiden Mitglieder seines Exekutivkomitees, Mohamed bin Hammam und Jack Warner, suspendiert. Das teilte die Fifa am Sonntag in Zürich nach einer Anhörung der Ethikkommission mit. Den beiden Funktionären wird vorgeworfen, Bestechungsgelder bezahlt zu haben, um bin Hammam bei den für kommenden Mittwoch geplanten Präsidentschaftswahlen gegen Amtsinhaber Joseph Blatter durchzusetzen.

Die Vorwürfe gegen Präsident Blatter wurden dagegen fallen gelassen. Er soll von unlauteren Handlungen gewusst, diese aber nicht unterbunden haben. Die Ethikkommission habe jedoch keine Anhaltspunkte dafür finden können. Damit steht Blatters vierter Amtszeit nichts mehr im Wege. Er kann sich am kommenden Mittwoch per Akklamation im Amt bestätigen lassen.

Gegen bin Hammam, Präsident des asiatischen Fußball-Verbandes und Fifa-Vizepräsident Warner soll nun eine Untersuchung eingeleitet werden. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, können die beiden aus der Fifa ausgeschlossen werden. Bin Hammam wird vorgeworfen, ein Treffen der karibischen Fußball-Union Anfang Mai organisiert und finanziert zu haben.

Zudem wird ihm vorgeworfen, bei diesem Treffen 25 Wahlberechtigten Schmiergelder von insgesamt einer Million Dollar angeboten zu haben, damit sie ihm ihre Stimmen bei den Wahlen geben. Diesen Vorwurf hatte bin Hammam zurückgewiesen. Bereits am Sonntagmorgen hatte der Katarer seine Kandidatur für die Wahl zum Fifa-Chef zurückgezogen . „Es macht mich traurig, dass das Streben nach den Dingen, an die ich glaube, einen hohen Preis gefordert hat. Der Ruf der Fifa hat Schaden genommen, und das ist inakzeptabel“, sagte er.

Chuck Blazer, amerikanisches Mitglied des Exekutivkomitees, hatte die Anschluldigungen gegen bin Hammam und Warner erhoben. Die Ethikkommission sah am Sonntag genug Hinweise, um weitere Untersuchungen einzuleiten.