Champions League

Real verspielt mit Özil und Khedira Sieg in Lyon

Real Madrid musste sich trotz klarer Überlegenheit mit einem Punkt in Lyon begnügen. Der FC Chelsea siegte mühelos beim FC Kopenhagen.

Mesut Özil und Sami Khedira haben mit Real Madrid dem Angstgegner Olympique Lyon ein Remis abgetrotzt und gute Karten für den ersten Viertelfinaleinzug der „Königlichen“ in der Champions League seit sieben Jahren. Die deutschen Fußball-Nationalspieler kamen am Dienstag im Hinspiel mit Spaniens Vorzeigeklub bei den Franzosen zu einem 1:1 (0:0).

Ausgerechnet der langjährige Lyon-Angreifer Karim Benzema (65. Minute) beendete nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung den Real-Torfluch in Lyon. Sein Treffer reichte vor 40.000 Zuschauern aber nicht zum Sieg, da Bafetimbi Gomis (84.) noch der Ausgleich gelang.

"Das war ein typisches Champions-League-Spiel. Für uns war es schwer gegen die dichte Deckung der Franzosen", sagte Real-Coach Jose Mourinho. "Nach der Führung waren wir dem 2:0 näher. Aber das Remis gibt uns alle Chancen für den Einzug ins Viertelfinale." Sergio Ramos ärgerte sich: "Das wir den Sieg so aus den Händen gegeben haben, ärgert uns sehr."

Lyon-Kapitän Cris meinte: "Wir haben bis auf die eine Situation gut gestanden. Nach dem Rückstand haben wir aber nicht aufgegeben. In Madrid geht es nun um alles oder nichts."

Schon ein torloses Remis im Rückspiel am 16. März im heimischen Santiago Bernabeu würde Real den eingeplanten Weg in die Runde der letzten Acht ebenen. Im Vorjahr war Madrid im Achtelfinale an den Franzosen gescheitert, noch nie konnte Real bislang in Stade de Gerland überhaupt ein Tor erzielen.

Der FC Chelsea setzte sich dank eines Tore-Doppelpacks von Nicolas Anelka (17./54. Minute) mit 2:0 (1:0) bei Außenseiter FCKopenhagen durch und kann praktisch schon für das Viertelfinale planen.

Auch im vierten Spiel in der Champions League in Lyon schien das Tor für Real wie vernagelt, zwei Aluminiumtreffer standen schon zu Buche, ehe Benzema der Premieren-Treffer gelang. Ein Sieg steht für Real gegen Lyon noch aus; auch in den drei Heimspielen seit 2005 gab es nur Unentschieden. Einen Fußball-Leckerbissen konnte das Starensemble gegen die unbequemen Franzosen allerdings erneut nicht bieten.

Der deutsche WM-Schiedsrichter Wolfgang Stark hatte in der Anfangsphase viel Arbeit. Robust gingen die Teams zu Werke. Ein Raunen ging erst durch die Menge, als Lyon-Schlussmann Hugo Lloris (31.) einen Freistoß von Cristiano Ronaldo mit Mühe abwehren konnte.

Größer war die Chance für Gomis (34.), der einen Patzer von Iker Casillas im Real-Tor nicht ausnutzen konnte. Khedira verrichtete seine Arbeit im defensiven Mittelfeld gewohnt solide, Özil konnte trotz einiger Ballkontakte kaum Glanzpunkte setzten. Spektakulärer agierte Ronaldo. Der nächste Freistoß des Portugiesen knallte gegen den Pfosten (48.). Kurz darauf prallte ein Kopfball von Sergio Ramos an die Latte (50.).

Nachdem Stark in der 63. Minute ein Handspiel von Lyons Cesar Delgado im Strafraum übersehen hatte, hagelte es wütende Proteste gegen den deutschen Fifa-Referee. "Das war ein glasklares Handspiel. Das hat jeder gesehen", ärgerte sich Mourinho. Kurz darauf wechselte Der Real-Trainer Benzema ein, der 41 Sekunden nach seiner Hereinnahme mit seiner ersten Ballberührung nach einer schönen Kombination über Özil und Ronaldo eiskalt das 1:0 markierte.

Özil wurde nach ordentlicher Leistung in der 75. Minute ausgewechselt. Khedria war sieben Minuten zuvor vom Feld gegangen. Als alles nach dem ersten Real-Erfolg in Lyon aussah, schlug Lyon durch Gomis doch noch zurück. "In der zweiten Halbzeit waren wir klar überlegen, aber leider hat es nicht gereicht", sagte Khedira. "Das mit der Handsituation war schon biitter, aber wir werden in Madrid alles klar machen."

In Kopenhagen konnte Chelsea seine Krise von der heimischen Insel abstreifen. Nach den Enttäuschungen in englischer Meisterschaft und nationalem Pokal gelang den Blues die Tore von Anelka der Befreiungsschlag. Der Franzose nutzte einen Fehler des früheren England-Legionärs Jesper Gronkjaer zunächst zu seinem sechsten Saisontor in der Champions League, in der zweiten Halbzeit legte er nach und beruhigte damit auch die Lage für seinen in der Kritik stehenden Trainer Carlo Ancelotti.