Kommentar

Der DFB-Sieg ist ein Triumph des Teamgeistes

Nach dem Sieg gegen Frankreich stehen Deutschland die beiden schwersten Aufgaben noch bevor. Doch Optimismus ist durchaus angebracht, meint Raik Hannemann.

Foto: Oliver Weiken / dpa

Vor dieser Weltmeisterschaft war immer wieder betont worden, dass es für die Generation Sommermärchen wohl um die letzte Chance auf einen großen Titel mit der Nationalmannschaft geht. Offenbar ist sie gewillt, diese Chance in Brasilien mit größtmöglicher Konsequenz zu nutzen. Jedenfalls sind Bastian Schweinsteiger und Co. in Rio de Janeiro mit einer konzentrierten Leistung gegen Frankreich erneut ins Halbfinale eingezogen. Bei aller berechtigten Freude wissen sie selbst aber am besten: Die beiden schwersten Aufgaben kommen nun erst noch.

Doch Optimismus ist durchaus angebracht. Die Stärke dieser Mannschaft ist nicht etwa ein Trainer, der seine Taktik angeblich via Volksabstimmung über die Boulevardmedien anpasst, sondern eine Eigenschaft, die ebenfalls ihren Ursprung im Jahr 2006 hat. Teamgeist hieß damals ja sogar der Spielball, doch vor allem der bei der Heim-WM wirklich gelebte Zusammenhalt ermöglichte damals den von vielen nicht für möglich gehaltenen Aufschwung. Und nun kann genau dieser Teamgeist auch den ultimativen Erfolg ermöglichen.

Deswegen kann Bundestrainer Joachim Löw trotz anderer Zusagen vorab Philipp Lahm auf andere, ungeliebtere Positionen versetzen, wenn er gebraucht wird. Er kann Per Mertesacker rausrotieren, ohne dass dieser nach der nächsten Eistonne schreit, sondern von der Bank die Kollegen anfeuert. Auch gestandene Männer wie Miroslav Klose und Lukas Podolski warten ohne jedes Murren auf ihre Chancen auf einen Beitrag. Bei den Strapazen unter den klimatischen Bedingungen Südamerikas ist das besonders wichtig, denn spielerisches Potenzial haben alle vier Halbfinalisten allemal genug. Wichtig wird sein, am jeweiligen Tag die frischesten Spieler auf dem Platz zu haben. Und da hat Löw einfach die größte Auswahl.