Netzlese

Nicht Bescheid gesagt - Englands Aus in der Todesgruppe

Über das Aus der Engländer in der Vorrunde erregte sich das Netz. Um das kleine mittelamerikanische Costa Rica kümmerte sich niemand. Sebastian Fiebrig über die Fußball-WM im Internet.

Der kurze Videoschnipsel des bedauernswerten englischen Trainers Roy Hodgson ist der Renner bei Twitter. Ungläubig lächelnd sieht man den Coach das Spiel verfolgen und plötzlich fällt sein Kopf nach unten. Es ist diese Mischung aus Resignation und plötzlichem Schlafanfall, die den User Ben fragen lässt: „Können Sie sich vorstellen, wie dieser Mann sie motiviert?“

Das ist gemein, aber nach Betrachtung dieses Ausschnitts braucht es keine tiefer gehende Analyse des englischen Ausscheidens in der sogenannten Todesgruppe D. Argentinien, Uruguay, Italien waren vor Turnierbeginn die heißen Kandidaten auf das Weiterkommen. Fünf WM-Titel haben diese drei Teams errungen. Es schien schon hart genug, dass eins dieser großen Teams definitiv nicht die Vorrunde überstehen wird.

Um das kleine mittelamerikanische Costa Rica kümmerte sich niemand. Zu klar war, dass der Fußballzwerg keine Chance haben dürfte. „Todesgruppe? Costa Rica hat wohl das Memo nicht bekommen“, fragte deshalb belustigt @davidbauer bei Twitter. Niemand hatte dem Team von Trainer Jorge Pinto Bescheid gesagt, dass für sie nur die Statistenrolle vorgesehen war.

Vom Achtelfinale bei der WM war doch gar nicht die Rede. Auf den Punkt brachte es bei Reddit der User Lainlain, der den angeblich in der Todesgruppe eingesperrten Außenseiter zu den Favoritenteams sagen lässt: „Niemand von euch scheint zu verstehen. Ich bin nicht mit euch eingesperrt. Ihr seid mit mir eingesperrt.“ Zumindest für England kommt diese Warnung zu spät.