WM in Brasilien

Özil und Podolski kicken nun mit den Kindern von Santo André

Sechs deutsche Nationalspieler besuchen die Dorfschule in Santo André. Ein soziales Projekt wird vorgestellt und damit auch das zuletzt ramponierte Image wieder etwas aufpoliert.

Foto: Andreas Gebert / dpa

Als ihre Stars durch die kleine Pforte in den Schulhof traten, war das Geschrei groß. Etwa 200 Kinder hatten sich am Mittwochabend in der Dorfschule von Santo André versammelt, um einmal die Spieler der deutschen Nationalmannschaft aus der Nähe zu sehen, die während der WM im Küstenort wohnen. Und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schickte namenhafte Profis: Mesut Özil, Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski brachten die Kinderaugen zum Strahlen. Dazu waren auch Julian Draxler, Kevin Großkreutz und Matthias Ginter in Begleitung von DFB-Teammanager Oliver Bierhoff bekommen.

Der DFB wollte mit dieser Aktion auf das Projekt „Kinderträume 2014“ hinweisen, das vom Verband in den kommenden vier Jahren finanziell unterstützt wird und sich um die Nachmittagsbetreuung der Kinder aus dem Ort kümmert. „Wir wollten etwas für diese Region tun und freuen uns, dass dieses Geld sehr gut angelegt ist“, sagte Bierhoff.

Nach einer Tanzeinlage und einer musikalischen Darbietung der Kinder waren die Nationalspieler an der Reihe und kickten locker mit den Jungen und Mädchen, ließen Fotos machen und zeigten sich nahbar wie selten.

DFB-Team auf Annäherungskurs

Die Unterstützung des sozialen Projekts durch den DFB ist aller Ehren wert und wichtig. Viele Familien im 800-Einwohnerort nördlich von Porto Seguro gelegen leben in einfachsten Verhältnissen und können Hilfe gebrauchen. Für den Verband selbst ist diese Aktion darüber hinaus aber ebenso nützlich, um das zuletzt ramponierte Image wieder etwas aufzupolieren.

Weil die Straße vor dem Quartier der Nationalmannschaft Campo Bahia abgesperrt wird, und sich die Bewohner wie in einem Hochsicherheitstrakt nur eingeschränkt bewegen können, hatte es viel Kritik gegeben: „Deutschland errichtet eine Berliner Mauer in Bahia“, titelte etwa die Folha Sao Paulo, eine der größten brasilianischen Tageszeitungen.

Am Dienstag gab es eine Aussprachen zwischen wütenden Anwohnern und der Polizei. Mit dem Schulbesuch und den Bildern der Stars inmitten der Kinder, die wohl nicht nur in Brasilien und Deutschland Beachtung finden werden, geht der DFB medienwirksam auch auf Annäherungskurs zu den Menschen in Santo André.

Foto: Andreas Gebert / dpa