Von den Fans geliebt, von Bundestrainer Joachim Löw besonders gelobt: Mit seinen ersten beiden Treffern für die deutsche Nationalmannschaft hat sich Cacau in die Herzen der Anhänger gespielt und gleichzeitig als echte Alternative für den WM-Angriff entpuppt.
„Ich bin sehr glücklich, dass ich meine ersten beiden Tore für die Nationalmannschaft geschossen habe. Jetzt freue ich mich auf die WM in Südafrika und will dort Deutschland noch viel Freude bereiten, weil es mich so gut aufgenommen hat. Ich bin ja sozusagen adoptiert“, sagte der gebürtige Brasilianer nach seinem Doppelpack beim 3:0 (1:0)-Erfolg gegen Malta in Aachen.
Während Konkurrent Stefan Kießling im direkten Duell um einen Platz im deutschen WM-Sturm lediglich Fahrkarten schoss, zudem ein Tor aberkannt bekam und nach Spielende völlig frustriert den Tivoli verließ, knipste Cacau einmal mit dem Kopf (16.) und einmal mit dem Fuß (58.) zum zwischenzeitlichen 2:0.
„Er hat besondere Qualitäten, die ihn auszeichnen und von anderen Stürmern unterscheiden. Er geht mit Tempo in die Spitze und strahlt sehr viel Torgefahr aus“, sagte Bundestrainer Joachim Löw nach der starken Vorstellung des Stürmers vom VfB Stuttgart. Das dritte Tor für den dreimaligen Weltmeister resultierte aus einem Eigentor von Maltas Kenneth Scicluna (61.).
Nach Spielende genoss Cacau seine „Geburtsstunde“ als Stürmer in der Nationalmannschaft und konnte sein Glück noch gar nicht so richtig fassen. „Es ist schon unglaublich, wie es für mich in den letzten Jahren gelaufen ist. Vor neun Jahren habe ich bei Türk Gücü München in der neunten Liga angefangen, bin dann über Nürnberg immer ein Stückchen höher gekommen und spiele nun in der Nationalmannschaft. Die WM-Teilnahme ist jetzt die Krönung“, sagte der 29-Jährige, der in der Bundesliga-Rückrunde mit elf Treffern auch maßgeblichen Anteil am Höhenflug der Stuttgarter in dieser Saison aufgrund der starken Rückrunde hatte.
Viele Tore in einem Spiel sind bei Cacau keine Seltenheit. In dieser Saison erzielte er beim 5:1 in Köln gleich vier Treffer, gegen Frankfurt und gegen Leverkusen jeweils zwei. „Ich freue mich sehr, dass ich die Leistung zeigen konnte, die ich auch zuletzt beim VfB Stuttgart gezeigt habe“, sagte Cacau, der sich zudem artig für das Vertrauen von Löw bedankte: „Ich freue mich, dass der Bundestrainer auf meine Stärken vertraut. Ich bin nun mal ein Spieler, der nich nur vorne drin steht, sondern der sich viel bewegt und gerne auch aus der Defensive kommt.“
In der Defensive spielt auch Nationalkeeper Manuel Neuer. Der Schlussmann von Vizemeister Schalke 04 nutzte in Abwesenheit der Pokalfinalisten Tim Wiese (Werder Bremen) und Jörg Butt (Bayern München) den WM-Start von der Pole Position. Der kaum geprüfte Neuer zeigte sich in der 28. Minute hellwach, als er gegen den ehemaligen Lauterer Michael Mifsud seine ganze Klasse zeigte und der DFB-Elf damit die dünne 1:0-Halbzeitführung verteidigte.
„Ich werde auf Sizilien und in Südtirol Vollgas geben. Ich weiß nicht, ob es ein Vorteil ist, dass ich von Anfang an dabei bin, aber natürlich will ich bei der WM im Tor stehen“, sagte der U21-Europameister des vergangenen Jahres.
Trotz der guten Leistung von Neuer wird das Trainerteam die „T-Frage“ in Sizilien aber zunächst noch einmal intern beleuchten: „In der Torwartfrage wollen wir ohne Druck eine Entscheidung fällen, werden deshalb die Leistungen von Manuel Neuer, Tim Wiese und Jörg Butt in dieser Saison genau analysieren.“
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