Es dauerte am Donnerstagabend knapp zehn Minuten, bis sich Nils Lichtlein seiner Trainingsjacke entledigte. Der deutsche Nationalspieler hatte am vergangenen Wochenende in Bietigheim (32:31) seine Saisonpremiere für die Füchse Berlin gefeiert, nachdem er eine Fuß-OP aus der Sommerpause endgültig auskuriert hatte. Nun präsentierte er sich gegen Porto erstmals in dieser Spielzeit in der mit 8017 Zuschauern gut gefüllten Max-Schmeling-Halle.
Es war eine etwas zähe Angelegenheit gegen die Portugiesen, daran konnte auch der quirlige Lichtlein zunächst nichts ändern – wenngleich er mit seinem ersten Angriff direkt ein Tor erzielte (11. Minute, 7:6). Doch die Gäste aus dem Süden blieben zäh und hefteten sich lange an die Berliner Fersen. Schlussendlich stand dennoch ein 40:32 (20:17)-Erfolg – was allen voran mal wieder Welthandballer Mathias Gidsel zu verdanken war. Doch der Reihe nach.
Füchse Berlin: Lasse Ludwig überzeugt auch in der Champions League
Im ersten Heimspiel seit drei Wochen fand die Füchse-Abwehr lange überhaupt keinen Zugriff. Nach den kräftezehrenden Auswärtsreisen in Bundesliga und Klub-WM inklusive eines breit in die Mannschaft gestreuten Magen-Darm-Infektes, schienen die Berliner Defensivspieler noch nicht bereit, dem portugiesischen Angriffsgewühle aktiv entgegenzutreten.
„Wir waren in unseren Basisregeln zu weit weg“, klagte Trainer Nicolej Krickau nach Spielschluss. „Wir haben zu viele Zweikämpfe auf der falschen Seite verloren und waren in unserer Positionierung auf Außen und Halb nicht gut genug.“
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Da half es auch nicht, dass sich Torhüter Lasse Ludwig (14 Paraden) wie schon bei der Klub-WM wieder in guter Verfassung präsentierte. Torwartkollege Andreas Palicka war nach auskurierter Handverletzung erstmals wieder im Kader, musste wegen Ludwigs starker Leistung aber nicht eingreifen.
Gidsel stellt 17 Jahre alten CL-Rekord ein
Im zweiten Durchgang setzten sich die Füchse, angeführt vom überragenden Welthandballer Mathias Gidsel, dann doch noch ab. Der Däne erzielte satte 17 Treffer – und stellte damit den bisherigen Torrekord in der Königsklasse von Jesus Martinez de la Cal ein, der 2009 für Pevafersa Valldaolid ebenfalls 17 Mal getroffen hatte.
„Es war ein toller Abend für uns“, sagte Gidsel nach Schlusspfiff. Der Welthandballer lobte auch den zurückgekehrten Lichtlein: „Es ist kein Geheimnis, dass Nils und ich sehr gut funktionieren. Das haben wir jetzt schon viele Jahre super gut zusammen gemacht. Ich freue mich für die Mannschaft, dass er zurück ist.“
Und auch seine eigene Leistungsexplosion, bescheinigte Gidsel, könnte etwas mit Lichtleins Comeback zu tun haben: „Ich kriege ein bisschen mehr Platz für meine Wurfarmseite. Das war wichtig für mich, jetzt auch mal so eine echt gute Leistung zu kriegen.“ Dann zog er lächelnd von dannen.



