Handball

Die Füchse sind in dieser Saison wie eine Wundertüte

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Foto: Oliver Mehlis / dpa

Die Leistungen des Berliner Handballteams gleichen einem stetigen Auf und Ab. Dennoch haben die Füchse noch alle Chancen, ihre Saisonziele in drei Wettbewerben zu erreichen.

Es ist traurig, wenn man sich nicht freuen kann. Dabei hätte Dagur Sigurdsson, der Trainer der Füchse Berlin, doch allen Grund dazu gehabt. Schließlich hatte seine Mannschaft am späten Sonntagnachmittag durch ein 25:20 (7:8) gegen den FC Porto den direkten Sprung ins Final Four des EHF-Cups geschafft, das am 16./17. Mai in der Max-Schmeling-Halle ausgetragen wird. Doch wegen der indiskutablen Leistung seiner Mannschaft in der ersten Hälfte war der Isländer bedient. Statt Freude über das Erreichte gab’s eine Entschuldigung ans Publikum und die Aussage: „Es tut mir sehr weh.“

Was ist los mit dieser Füchse-Mannschaft? Ein stetes Auf und Ab begleitet das Berliner Handballteam in dieser Saison. Wie unter einem Brennglas zeigte sich das im Spiel gegen Porto. Eine erste Hälfte, die Sigurdsson „als die schlechteste Halbzeit in dieser Saison“ sah. Und ein zweiter Durchgang, in dem es – angeführt vom Dreigestirn Fabian Wiede (6 Tore), Paul Drux und Iker Romero (beide 5) – viel besser aussah. „Wie kann das sein, dass man auf einmal den Schalter umlegen kann?“, fragt sich der Trainer.

Die Füchse als Wundertüte. Dass es Routinier Romero, 34, und die beiden Jungnationalspieler Drux, 20, und Wiede, 21, reißen mussten, während Sigurdsson andere etablierte Kräfte wie Konstantin Igropulo oder Petar Nenadic nach ihrem schwachen Auftritt in Hälfte eins nach der Pause erst gar nicht mehr einsetzte, zeigt, wie durcheinander alles ist bei den Füchsen. Ob sich das in dieser Saison noch entscheidend ändert, darf stark bezweifelt werden.

Doch das Unglaublichste ist: Die Mannschaft hat trotz allem das Final Four um den deutschen Pokal in Hamburg (9./10.Mai) erreicht. Sie steht in der Viererendrunde des EHC-Cups (16./17. Mai). Und in der Bundesliga ist noch Platz fünf oder sechs drin. Es ist – zumindest theoretisch – noch viel möglich in dieser Saison.

Die Füchse gehen ein hohes finanzielles Risiko ein

Am meisten hat Hanning aber erst einmal das Erreichen des Final Four in eigener Halle beruhigt. „Nicht auszudenken“ wäre es gewesen, wenn die Füchse nicht dabei gewesen wären. „Wir gehen ein hohes finanzielles Risiko ein“, gibt Hanning zu. Der Etat der Veranstaltung beträgt etwa 450.000 Euro, die refinanziert werden müssen. Vielleicht hilft ja die Mannschaft mit: Der Sieger erhält 100.000 Euro. Doch um diese Summe zu kassieren, müssen sich die Füchse bis dahin sehr steigern.

( seb )