Handball

Romero bringt die Wende zugunsten der Füchse

Eine Halbzeit lang gruseliger Handball, dann jedoch große Erleichterung: Die Füchse Berlin haben mit einem 25:20-Erfolg gegen den FC Porto den Einzug ins Final Four um den EHF-Cup perfekt gemacht.

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Am Ende waren auch die Zuschauer wieder versöhnt. Enthusiastisch feierten die Fans der Füchse Berlin ihr Handballteam nach dem 25:20 (7:8) im EHF-Cup-Gruppenspiel gegen den FC Porto. „Final Four, wir kommen!“, lautete das Motto. Durch den Erfolg gegen die Portugiesen haben sich die Berliner direkt für das Vierer-Endturnier in der Schmeling-Halle (16./17. Mai) qualifiziert. „Die Erleichterung ist groß“, sagte Rückraumspieler Fabian Wiede, der mit sechs Toren bester Werfer der Berliner war.

Trainer entschuldigt sich

Dabei zeigten die Füchse in der ersten Hälfte vor 6316 Zuschauern in der Schmeling-Halle eine indiskutable Leistung. „Unterirdisch“, sagte Geschäftsführer Bob Hanning. Erst eine Steigerung nach der Pause sorgte für klare Verhältnisse. „Wir müssen uns bei den Fans und dem ganzen Verein für die erste Halbzeit entschuldigen“, sagte Trainer Dagur Sigurdsson. „Ich bin verantwortlich dafür, und es tut mir sehr weh.“ Wiede war einsichtig: „So etwas dürfen wir uns nicht noch einmal erlauben.“

Zu Anfang hatte es eigentlich gut ausgesehen für die Berliner. Nach sieben Minuten führten sie 3:0, Torhüter Petr Stochl hielt sehr gut, die Portugiesen kamen nicht zum Zug. Doch was bis zur Pause folgte, hat man im „Fuchsbau“ Schmeling-Halle wohl selten gesehen. Dass nach 30 Minuten die Zuschauer ihr Team mit Pfiffen und Buhrufen in die Kabine verabschiedeten, machte deutlich, dass sie mit ihrer Geduld am Ende waren.

Porto hat nicht viel zu bieten – außer großer Härte

7:8 zur Halbzeit gegen eine sehr harte, aber spielerisch biedere Mannschaft aus Porto, gegen die ein ambitioniertes Team wie die Füchse nie und nimmer in Bedrängnis kommen darf. Über 3:4, 7:5 und 7:8 wurde es in der Offensive bei Berlin von Minute zu Minute schlimmer. Fehler über Fehler, Fehlwürfe, Missverständnisse. Spieler auf dem Feld, Trainer auf der Bank, Zuschauer auf den Rängen – alle waren völlig fassungslos. „Das ist nicht zu akzeptieren“, kritisierte Sigurdsson sein Team.

In den letzten zwölf Minuten von Hälfte eins gelang Berlin kein Treffer. Saß der Schock vom 18:32-Debakel am vergangenen Donnerstag in Kiel so tief? „Nein, das Spiel war bei uns nicht mehr im Kopf“, meinte Wiede. Es fehlten Selbstvertrauen und Ideen im Angriff. Hätte Stochl („Unser Problem war, dass wir zu viele Bälle verloren haben“) nicht immer wieder stark gehalten, wäre der Rückstand weitaus höher ausgefallen.

Rätselhafte zwei Gesichter des Berliner Teams

Erneute Fehler gleich zu Beginn der zweiten Hälfte verhießen keine Besserung (7:9). Doch dann kam Iker Romero (fünf Tore), der Kapitän. Seine Einwechslung in der Offensive war wie eine Hallo-Wach-Tablette. „Er hatte sehr großen Anteil“, lobte Wiede. Tore des Spaniers und von Wiede sowie etliche Stochl-Paraden sorgten für den Umschwung (12:10). Es war wie eine Befreiung: Paul Drux (fünf Tore) traute sich jetzt wieder zu werfen und erhöhte mit zwei Treffern auf 14:10 (40.). Wieder Drux und Romero zum 16:12, Fredrik Petersen vollendete zum 18:12 (47.). Jetzt war alles klar, und die Mienen entspannten sich.

Neben Freude blieb aber auch Ratlosigkeit über die zwei Gesichter der Füchse. Auch bei Romero: „Ich habe keine Ahnung, was mit uns in der ersten Halbzeit los war.“