Handball

Füchse planen ihre Zukunft mit Petersen, aber ohne Igropulo

Die Füchse Berlin haben erste Konsequenzen aus dem enttäuschenden Saisonverlauf gezogen. Konstantin Igropulo und Petar Nenadic müssen den Verein im Sommer verlassen. Der Schwede Fredrik Petersen darf bleiben.

Foto: FrankHoermann / pa/Sven Simon

Es wurde richtig Tacheles geredet am zweiten Weihnachtsfeiertag: Nach dem 26:27 in Gummersbach, einem erneuten Rückschlag in der Handball-Bundesliga, holte Bob Hanning zu einer Generalabrechnung aus. Es hatte sich auch genug angestaut beim Geschäftsführer der Füchse Berlin. Zu weit hinken die Berliner nach 21 Spieltagen als Tabellenzehnter dem eigenen Anspruch hinterher.

Harte Fakten geschaffen

Er übte nicht nur Kritik, sondern präsentierte damals intern auch harte Fakten im personellen Bereich, die nun am Mittwoch offiziell bekannt gegeben wurden: Petar Nenadic und Konstantin Igropulo werden den Klub nach der Saison verlassen. Die Verträge mit den beiden Rückraumspielern werden nicht verlängert. Iker Romero beendet dann – wirklich – seine Karriere. Bleiben wird hingegen der schwedische Linksaußen Fredrik Petersen. Der Kontrakt mit ihm wurde um weitere zwei Jahre bis zum Sommer 2017 verlängert. Ein Neuer für die Saison 2015/2016 steht bereits seit Juli 2014 fest: Drago Vukovic von Nettelstedt-Lübbecke.

In Kreisläufer Jonas Thümmler (wechselte zum Aufsteiger Erlangen) und dem nur bis zum 31. Dezember 2014 verpflichteten Anwehrspezialisten Kasper Nielsen haben bereits in den vergangenen Wochen zwei Profis den Klub verlassen.

14.400 Euro Strafe für Sportdirektor Zerbe beantragt

„Wir müssen handeln und neue Reize setzen“, sagt Hanning mit Blick auf die momentan unbefriedigende Situation. Alle hätten ihren Anteil an den erreichten Erfolgen, „aber es bleibt im Sport nicht aus, dass sich Wege trennen.“ Nenadic, erst zu Saisonbeginn als Vertreter des verletzten Bartlomiej Jaszka verpflichtet, hatte stark begonnen, konnte aber das Niveau nicht halten. Igropulo, der im zweiten Jahr in Berlin spielt, zeigte ebenfalls zu schwankende Leistungen. Dass mit Petersen verlängert wurde, begründet Hanning so: „Er ist eine Kämpfernatur und ein sehr konstanter Spieler.“

Derweil hat die Staatsanwaltschaft Detmold eine Geldstrafe in Höhe von 14.400 Euro für den ehemaligen Geschäftsführer des Bundesligisten TBV Lemgo, Volker Zerbe, beantragt. Zerbe ist heute Sportkoordinator bei den Füchsen. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, habe der Angeschuldigte bei der Aufklärung mitgewirkt und sich zivilrechtlich mit dem TBV über eine Schadenswiedergutmachung geeinigt. Das Amtsgericht Lemgo muss nun entscheiden, ob gegen Zerbe ein entsprechender Strafbefehl erlassen wird.

Manager wird Untreue zum Nachteil des TBV Lemgo vorgeworfen

Zerbe wird Untreue in 21 Fällen zum Nachteil des TBV Lemgo vorgeworfen. In der Zeit von Ende 2009 bis Anfang 2012 soll der Ex-Manager fast 200.000 Euro an einen anderen Beschuldigten ausgezahlt haben. Dieser hatte dem TBV tatsächlich nicht erbrachte Leistungen in Rechnung gestellt. Zerbe selbst hatte von den Zahlungen nicht profitiert, sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft aber von dem weiteren Beschuldigten die Vermittlung von Sponsoren und eine Verbesserung der finanziellen Verhältnisse des TBV Lemgo erhofft.